Das unaktzeptable Verhalten von Frauen in der Öffentlichkeit

Ein Kommentar zu einem Blogbeitrag von Stefan Reich, einem selbsternannten Heiler, der mich durch einen Kommentar hier zum Artikel \”Es gibt gar keine Männer\” auf sich aufmerksam machte und damit – und mit einem lauten Gelächter meinerseits – für die Beendigung meiner Blogging-Sommerpause sorgt.
Herzlichen Dank dafür.

Der gute Mann (?) schrieb am 25.8.2011 auf seinem Blog \”Friedensrevolution\”einen Artikel mit dem \”Das unaktzeptable Verhalten von Frauen in der Öffentlichkeit\”, den ich hier in Häppchen zerlege:

Jetzt reicht\’s. Jetzt muss das mal auf den Tisch kommen. Was machen Frauen eigentlich in der Öffentlichkeit für einen Müll?

Was reicht? Wem reicht \”es\”? Und um was für einen Müll in der Öffentlichkeit bitte geht es? Das erfahren wir – hoffentlich – im weiteren Verlauf des Textes. Was aber jetzt schon ganz klar ist: Hier schreibt jemand, der/die/das persönlich höchst betroffen, unzufrieden und irgendwie beleidigt ist. Aber lesen wir weiter:

Als Mann wird man von Frauen da draussen zu 99,9% ignoriert, missachtet, verachtet oder wie Luft behandelt. Fast alle Frauen vermeiden zwanghaft Augenkontakt – ganz zu schweigen von allen weiteren Kontaktarten. Wenn man auch nur darüber nachdenkt, mit ihnen zu reden, hat man das Gefühl, das sei eine Art Vergehen und keine Frau würde jemals Lust darauf haben, mit einem Mann zu kommunizieren.

Hmmm, hast du denn schon mal über deine Art \”zu kommunizieren\” nachgedacht? Wie gehst du\’s denn so an? Anglotzen? Bestimmt, sonst würden nicht fast alle Frauen Augenkontakt mit dir wie die Pest vermeiden wollen. Und bringst du denn mehr heraus als Gestammel oder \”He, Weib, wie wär\’s mit mir?\” Dein Gegreine im Text lässt jedenfalls darauf schließen, dass du nicht gerade ein Gesprächsweltmeister bist. Vielleicht solltest du an deinen Gesprächsthemen feilen, Frauen wollen sicher nicht unbedingt über dich sprechen. Wahrscheinlich nicht einmal über sich. Sondern über wichtige Themen – so bekommt man(n) Kontakt. Und welche weiteren \”Kontaktarten\” nach Augenkontakt meinst du denn so? Mir fällt da zunächst bei fremden Personen \”Sprechen\” ein. Aber das liest sich bei dir irgendwie anders. Es hat so eine Konnotation von \”Grabschen\” oder feiner gesagt \”Anfassen\”. Klar, das ist auch eine Art der Kontaktaufnahme, zeugt aber nicht von feinen Eltern und ist in aller Regel bei Männlein und Weiblein gleichermaßen unerwünscht.
Wie gesagt, mein Rat an dich lautet: Checke deine Gesprächsthemen, sprich ganz normal über ganz normale Themen und sei unaufdringlich. Es wird wohl kaum eine Frau geben, die auf eine normale Ansprache nicht normal antwortet.

Ist das alles normal???

Nein!!!

Normal ist, dass sich Frauen für Männer interessieren. Wie grotesk es ist dass man das überhaupt erwähnen muss. Mein Gott: Es ist ihre Biologie. So wie sich Männer logischerweise für Frauen interessieren.

Also, so viel Facepalmen kann mensch ja gar nicht, wie\’s hier erforderlich wäre. Nein, es ist nicht normal, dass Frauen sich für Männer interessieren! Richtig ist, dass sich manche Frauen für manche Männer interessieren und umgekehrt. Ob nun aber zwei Menschen zusammen treffen, die sich füreinander gleichermaßen interessieren, ist purer Zufall. Dem Zufall kann aber – siehe oben – durch kluges und geschicktes Vorgehen im wechselseitigen Gespräch ganz hübsch auf die Sprünge geholfen werden. Und ob ich mich so als Frau für irgendwas oder irgendwen interessiere hat mit meiner \”Biologie\” nicht das Geringste zu tun. Meine Biologie regelt andere Dinge: Essen, Trinken, Ausscheiden, Schlafen. Punkt. Übrigens ist es auch genauso wenig logisch, dass Männer sich so generell für Frauen interessieren. Warum sollten sie?

Warum sind also die allermeisten Frauen so verschlossen wie eine Festung? Warum verstecken sie mit aller Gewalt ihr Interesse an – und ihre Sehnsucht nach – Männern?

Tja, mein Lieber, gehe in dich und meditiere Du bist doch der \”Sexual Healer\”, da müsstest du doch wissen, warum die Frauen auf die du Bock hast, sich für dich einfach nicht erwärmen können? 99,9% Frauen können sich nicht irren. Es liegt eindeutig an dir. Es gibt bestimmt Frauen, die Sehnsucht haben. Sogar Sehnsucht nach einem Mann. Aber eben nicht nach dir. Das ist dein Problem. Aber keine Angst – es gibt Hilfe für dich. Zahllose Psychologen und Psychotherapeuten warten auf deinen Besuch.

Denn die Frauen sind ja nicht zufrieden. Man kann gar nicht zufrieden sein, wenn man so verkrampft und kontaktarm ist. Die meisten Frauen haben entweder nur einen Mann – oder gar keinen. Tendenziell gar keinen. Weil sie, statt sich einfach den Männern zu öffnen und ihre Bedürfnisse erfüllen zu lassen, tausend Anstalten machen, \”feste Beziehungen\” (würg) oder gar \”heiraten\” wollen (oh Gott) oder endlos darüber schwafeln, dass sie \”nur Kumpels\” sein wollen.

Woher willst du denn wissen, ob die Frauen nicht zufrieden sind? Sie kommunizieren doch gar nicht mit dir (wie du selbst sagst). Also, du hast überhaupt keine Ahnung, was diese Frauen, die du so gern anglotzt, eigentlich wollen. Aber es dämmert dir gerade, dass sie dich nicht wollen. Es gibt offenbar keine Bedürfnisse, die du erfüllen könntest. Und nein, Frauen wollen sich nicht generell \”den Männern\” öffnen (wenn du das suchst, gehe ins nächstbeste Bordell). Und was ist verwerflich am Wunsch nach vertrauensvoller Beziehung oder Heirat? Und was ist verwerflich an zwischengeschlechtlichen Freundschaften? Du solltest dringend aufhören, Frauen als Fickstück für dich zu sehen. Frauen sind nicht für dich da. Die Frauen, die dich kennenlernen (müssen), merken genau, wes Geistes Kind zu bist. Darum wollen sie auf Teufel komm raus keinen Kontakt mit dir.

Kinder!!!

IHR BRAUCHT ES AUCH!!!!!!!!!!!

Ihr seid alle TOTAL UNTERFICKT.

Jau, danke für die Information, dass \”Kinder\” alle total unterfickt sind. Leider bist du total untergebildet, untersozial und unterirdisch. Und brauchen? Nö, keinesfalls.

Gebt es endlich zu und hört auf, so zu tun, als hättet ihr, was ihr braucht. Ihr habt es nicht und man merkt es euch total an. Diese negative Ausstrahlung. Die freudlosen Münder. Die permanente Überheblichkeit. Nein, ihr Frauen von 2011: Ihr seid nicht in Ordnung.

Armer, armer Junge. Keine will mit dir und man merkt es deiner Schreibe hier an. Du tust mir so leid. Aber ich verstehe alle Frauen, die dir den Rücken zukehren. Mädels, ihr seid nicht da, um Stefan zu therapieren.

Werdet Frauen von 2012. Frauen der neuen Art. Frauen, die wieder Frauen sind. Frauen, die wieder dem Sinn ihres Lebens nachkommen. Denn der ist, Männer glücklich zu machen.

Oh, du meine Güte! Jetzt kommen wir aber langsam in die richtige Richtung, was? Jetzt zeigt sich, was Stefan wirklich will. Das könnte auch im Handbuch für die glückliche Ehe von 1951 stehen. Mit 2012 hat das nun wirklich nichts zu tun.

Wie wär\’s mal damit statt mit dem sinnlosen Krieg, den ihr seit Ewigkeiten gegen uns führt – und der euch und uns unglücklich macht?

Der einzige, der hier offenbar Krieg führt, bist du. Aber wie bereits gesagt: es gibt Hilfe für dich.


Mein lieber Stefan, eine große Ent-Täuschung spricht aus allen deinen Worten. Es tut mir ja echt leid, dass du bei Frauen offenbar keinen Anklang findest – obwohl du dich sehr bemühst. Aber überleg doch mal: vielleicht liegt das gar nicht an den Frauen, die sich so unakzeptabel benehmen, sondern daran, dass du dich unakzeptabel benimmst. Einiges in deinen Blogartikeln lässt darauf schließen, dass du Frauen nicht offen als Mensch gegenüber trittst, sondern mit einer schon im Vorfeld beleidigten Grundhaltung deine angeblichen Rechte auf Beachtung als Mann einforderst. Warum aber sollte auch nur irgendeine Frau dich beachten? Hast du schon mal darüber nachgedacht, was du denn zu bieten hast? Interessante Gesprächsthemen? Empathiefähigkeit? Zuhörenkönnen? Positive und gewaltfreie Kommunikation?
Arbeite an dir, und es wird mit der Zeit selbst dir gelingen, Kontakt zu Frauen aufzunehmen. Und vielleicht springt sogar mal ein Geschlechtsverkehr dabei heraus oder du überwindest deine Bindungsangst. Wer weiß …

40 Comments

  1. ulf_der_freak 7. November 2011 17:34 Antworten

    Unterfickt… Irgendwie fällt den Typen nichts besseres und neueres schon gar nicht ein. Warum läuft alles immer darauf hinaus? Riecht nach beschränktem Horizont verhinderter Samenspender.

    http://weblog.hundeiker.de

  2. GwenDragon 7. November 2011 22:39 Antworten

    Der Typ ist glaubt, dass seine Mannbarkeit der Mittelpunkt für alle Frauen sein müssen, weil seine Triebe das natürlichste, weil von der Biologie vorgesehene sind.
    Armes Würstchen.

    • Piratenweib 8. November 2011 11:06 Antworten

      Armes Würstchen.

      Na na, nur nicht zu viel Mitleid … :-)

  3. splitter 8. November 2011 01:38 Antworten

    “Und nein, Frauen wollen sich nicht generell “den Männern” öffnen (wenn du das suchst, gehe ins nächstbeste Bordell).”

    Dieser Satz ist putophob. Er spricht Sexworkern die Entscheidungsgewalt ab, für wen sie “sich öffnen” und für wen nicht. Sexworker gehen nicht mit jedem ins Bett. Sie entscheiden genauso autonom über ihre Sexualität wie andere Menschen auch.

    • Piratenweib 8. November 2011 11:01 Antworten

      Ansichtssache. Ich seh’s anders – im Allgemeinen. Für die Ausnahmen mag zutreffen, was du schreibst.

      • splitter 9. November 2011 00:33 Antworten

        Es ist die Regel, dass Sexworker selbst entscheiden, für wen sie die Beine breitmachen. Niemand darf eine_n Sexworker dazu zwingen, mit jemandem Sex zu haben, mit dem si:e:r keinen Sex haben will. Das wäre sexuelle Nötigung, Vergewaltigung.

        Schade, dass du deine diesbezüglichen Äußerungen auf unbelegte Vorurteile stützt. Oder woher nimmst du deine “Ansicht”?

        • Piratenweib 9. November 2011 12:04 Antworten

          Niemand darf … dazu zwingen

          Diese Formulierung kenne ich aus diversen Gesetzbüchern: Niemand darf; strafbar macht sich, wer; es ist verboten, es ist nicht erlaubt. Und? Weil Mord verboten ist, wird nicht gemordet? Weil Diebstahl nicht erlaubt ist, wird nicht gestohlen? Weil sich Betrüger strafbar machen, wird nicht betrogen? Weil Vergewaltigung eine Straftat ist, wird nicht vergewaltigt? Weil Stalking gesetzlich untersagt ist, wird nicht gestalkt? Weil Zwang und sexuelle Nötigung nicht sein dürfen, wird nicht genötigt?
          Und: Auf was oder wen ich meine Überzeugungen stütze, kannst du weder wissen noch geht es dich irgendetwas an.
          Hallo? In welchem Land lebst du? Da möchte ich auch hin.

          • splitter 9. November 2011 14:07 Antworten

            Es erschließt sich mir nicht, worauf du mit deiner Ausführung im ersten Absatz hinauswillst. Wenn du dafür Bestätigung suchst, bitte, die kannst du von mir haben, das sehe ich genauso. Ich sehe nur nicht, was das mit selbstbestimmter Sexarbeit zu tun hat oder dem, worüber wir hier diskutieren.

            Ach, ich glaube, ich verstehe gerade, worauf du hinauswillst, und ich antworte dir darauf: Nein, Sexarbeit ist nicht per se Vergewaltigung, so wie Sex in einer Beziehung nicht per se eine Vergewaltigung ist. Diese Annahme ist ja dworkinesk.

            Auch professioneller Paysex läuft konsensuell ab.

            Es ist nicht so, dass professioneller Sex per se eine Vergewaltigung ist. Gleichwohl gibt es Fälle, in denen ein_e Sexworker vergewaltigt worden ist und der/die zuständige Richter_in gesagt hat, dass eine Prostituierte nicht vergewaltigt werden könne, was unter Vergewaltigungsmythen einzuordnen ist. Die Wahrheit liegt aber ziemlich genau in der Mitte zwischen beiden mythischen Annahmen.

            Natürlich kann ich nicht wissen, worauf du deine Annahmen stützt, deshalb frage ich ja danach. Und wenn du dich hier so vorurteilbehaftet äußerst und ich sehe, wie du mit dieser Äußerung eine Gruppe von Menschen diskriminierst, geht mich das sehr wohl etwas an.

            Ich lebe in Deutschland.

            Schau dich doch mal online in der Sexworker-Community für den deutschsprachigen Raum um: http://www.sexworker.at/phpBB2/viewtopic.php?t=5429 Unter diesem Link findest du von Sexworkern Statements, aus welchen Gründen sie Sexarbeit machen.

            • Piratenweib 9. November 2011 20:37 Antworten

              Ich sehe nur nicht, was das mit selbstbestimmter Sexarbeit zu tun hat oder dem, worüber wir hier diskutieren.

              Du hast, Recht, es hat nichts mit dem zu tun, was wir hier eigentlich diskutieren. Also bitte zurück zum Thema.

              Unter diesem Link findest du von Sexworkern Statements, aus welchen Gründen sie Sexarbeit machen.

              Ich kenne das Forum. Unter diesem Link finde ich Gründe und jede Menge Gründe, die traurig sind und machen. Und keineswegs auf Freiwilligkeit schließen lassen.

              • splitter 12. November 2011 00:59 Antworten

                Einen Job aufzunehmen, weil man Geld braucht, ist erst einmal nicht (nur) traurig, sondern normal.

                Jemand in einer SB-Bäckerei ist da bestimmt genauso sehr oder wenig freiwillig wie in einem Bordell. Es kommt auf die innere Haltung an, die ein Mensch zu diesem Beruf hat.

                Und in einer SB-Bäckerei arbeitet mensch vielleicht eine halbe Woche, um das Geld zu verdienen, das ein_e Sexworker_in in einer Stunde verdienen kann – das ist eine Entscheidung, für die es nicht viel braucht, außer den Verlust der eigenen Vorbehalte gegenüber der Sexarbeit.

                • Piratenweib 12. November 2011 18:42 Antworten

                  Nun, ich bin halt nicht der Meinung, dass der Job in der SB-Bäckerei wirklich mit dem Job als Sexarbeiter_in vergleichbar ist.

                  • splitter 13. November 2011 19:50 Antworten

                    Der Job in der SB-Bäckerei ist genausowenig mit dem in einer Anwaltskanzlei, einem Krankenhaus oder dem auf einer Ölbohrinsel vergleichbar. So what.

                    • Piratenweib 14. November 2011 10:28

                      Diese Jobs haben allesamt gesellschaftliche Anerkennung und werden als “angemessener Broterwerb” respektiert. Das kann mensch – bis heute – von der Prostitution nicht behaupten. Vielleicht ändert sich die Sicht auf Prostitution einmal, wenn ebenso viele Männer dieser Arbeit nachgehen wie Frauen.
                      Solange ein_e Sexarbeiter_in nicht überall sagen kann “ich bin Sexarbeiter_in” und dafür ebenso viel oder ebenso wenig Anerkennung und Kritik erntet wie die Person, die in der Bäckerei/Kanzlei/Fabrik arbeitet – solange ist der Job eben nicht vergleichbar.

          • splitter 9. November 2011 14:27 Antworten

            Außerdem ist deine Haltung gegenüber Sexworkern offenbar recht ambivalent: Einerseits unterstellst du ihnen in deiner Äußerung, die ich eingangs kritisierte, dass sie sich “generell “den Männern” öffnen”, und dann sagst du, dass Prostitution in der Regel Vergewaltigung ist. Diese beiden Behauptungen zusammengenommen ergeben die Vorstellung, dass Sexworker generell freiwillig die Beine breitmachen, um sich generell vergewaltigen zu lassen. Ich bin nur am Kopfschütteln über ein so verdrehtes Frauenbild. :???:

            • Piratenweib 9. November 2011 20:35 Antworten

              Ich sagte weder das eine noch das andere.

              • splitter 12. November 2011 00:42 Antworten

                OK, also hier noch mal: Du schreibst in deinem Artikel, aus dem ich die Passage zitiere:

                “Und nein, Frauen wollen sich nicht generell “den Männern” öffnen (wenn du das suchst, gehe ins nächstbeste Bordell).”

                Auf meine Antwort “[der putophobe Satz] spricht Sexworkern die Entscheidungsgewalt ab, für wen sie “sich öffnen” und für wen nicht. Sexworker gehen nicht mit jedem ins Bett. Sie entscheiden genauso autonom über ihre Sexualität wie andere Menschen auch.” erwiderst du: “Ansichtssache. Ich seh’s anders – im Allgemeinen. Für die Ausnahmen mag zutreffen, was du schreibst.” Was soll das denn bitte anderes bedeuten als dass du der Ansicht bist, dass Prostituierte im Regelfall keinen freiwilligen Sex haben und demnach regelmäßig vergewaltigt werden?

              • splitter 28. November 2011 13:30 Antworten

                Dies ist eine Antwort auf diesen Kommentar: http://www.piratenweib.de/das-unaktzeptable-verhalten-von-frauen-in-der-offentlichkeit#comment-7766, die ich an Ort und Stelle nicht posten konnte:

                Menschen bewerfen die Sexarbeit mit Schmutz, zeigen dann mit dem Finger auf sie und sagen: “Schau mal, wie schmutzig.”

                • Piratenweib 28. November 2011 13:58 Antworten

                  Komische Antwort. Bist du sicher, dass du den Kommentar, auf den du antwortest, verstanden hast?

  4. GwenDragon 8. November 2011 09:49 Antworten

    Himmel, ist es jetzt in, dass solche Machos öffentlich rumjammern, dass sie keine Frau mehr bekommen, die ihnen willig ist?

  5. Khaos.Kind 8. November 2011 13:13 Antworten

    Klarer Fall von Wahrnehmungsstörung.
    In welcher Zeit haben Frauen* sich jemals in der Öffentlichkeit so benommen, wie er es gerne hätte? Mir fällt keine ein. Aber ganz viele von romantisierten “früher”, in denen er für solche Äußerungen im Gefängnis oder der Irrenanstalt gelandet wäre. :mrgreen:

    http://geschlechterchaos.wordpress.com

    • Piratenweib 8. November 2011 18:23 Antworten

      Ja, früher war halt alles besser … sogar die Anstalten … ;-)

  6. onyx 8. November 2011 16:40 Antworten

    Hey Piratenweib, schön dich endlich wieder zu lesen. Und dann gleich mit so einem Sahnehäppchen *gg*

    Aber ich hatte spontan nur eine Frage: Ist der Text von diesem Stefan ernst gemeint oder nur schlechte Satire oder ein Fake? Ich meine, das ist so grottig und voller beschissener Klischees des gefrusteten unterfickten Losers, das KANN kein normaler erwachsener Mann ernsthaft so geschrieben haben.

    http://onyx0815.wordpress.com/

    • Piratenweib 8. November 2011 18:22 Antworten

      Danke :-)
      Ich fürchte, der Typ meint das wirklich so. Hab mich durch einige seiner Blogartikel gelesen und es schimmert ganz oft eine generelle sexuelle Frustriertheit durch. Der Arme … *fiesgrins*

  7. Beobachter 9. November 2011 10:39 Antworten

    Na zumindest deine Aufmerksamkeit hat er ja erlangt.;-)
    Viel bringen wird es ihm aber nicht, denn zur Selbstreflexion ist er wohl offenbar nicht imstande.

    http://www.informelles.de

    • Piratenweib 9. November 2011 12:00 Antworten

      Na zumindest deine Aufmerksamkeit hat er ja erlangt.;-)

      Richtig. Das war aber einfach, da ich mir – wenn möglich – die Webseiten von Kommentator_innen anschaue.
      Und bringen wird es ihm … ein paar Klicks auf seinen Blog. :-)

  8. brezelkatz 9. November 2011 13:34 Antworten

    ach ja, typen wie stefan gibt es zuhauf.
    nicht allzuviel erfolg bei frauen, öfter mal ne abfuhr kassiert und in der folge die fleischgewordene verkörperung des “needing”.
    was er bei aller themenfixierten grübelei aber wohl nicht bemerkt haben dürfte: nichts wirkt so abschreckend auf andere geschlecht wie die im übermass vorhandene, allzu offensichtlich zur schau gestellte notgeilheit bedürftigkeit.

    den guten ans bordell zu verweisen, dieser vorschlag ist nicht ohne reiz. es dürfte wohl kaum einen ort geben an dem die chance für ihn höher läge, auf absolut geballte frauenpower und eine urfeministische “my pussy, my rules” einstellung zu treffen *lach*
    da ist nix mit: baby, ich öffne mich für dich :-)

    • Piratenweib 9. November 2011 20:37 Antworten

      ach ja, typen wie stefan gibt es zuhauf.

      Ja, aber die hinterlassen keine Kommentare auf meinem Blog.

  9. Piffy 10. November 2011 11:18 Antworten

    Ohne solche lustigen Beiträge wäre ein Bürotag kaum zum aushalten.
    Ich find, er sollte noch mehr solche Beiträge schreiben.
    Aber im Ernst:
    Leider gibt es zu viele Menschen, denen es in der Anonymität der Großstadt schwer fällt Kontakte zu knüpfen. Ohne die Erfahrungen mit echten Menschen bilden die sich ihre Vorstellung von anderen Leuten aus klischeehaften Filmen: Die allzeit bereite Sexbombe. Das gibt es nicht nur bei Männern: Ich kenne viele Frauen die keinen Mann kennenlernen und rum jammern, dass es keine Prinzen gibt, der sie in ihr Schloss mitnimmt (Pretty Woman). Ein Großstadtproblem.

    • Piratenweib 10. November 2011 13:19 Antworten

      Leider gibt es zu viele Menschen, denen es in der Anonymität der Großstadt schwer fällt Kontakte zu knüpfen.

      Es ist richtig, dass vielen Menschen die Fähigkeit, Kontakte zu knüpfen, abgeht. Das ist aber nicht nur ein Großstadtphänomen, sondern hängt eher mit unserer Gesellschaftsstruktur zusammen, die für eine Verinselung von Menschen sorgt, statt Gemeinschaften aller Art zu fördern.

  10. Tanja_Regensburg 10. November 2011 14:32 Antworten

    “Und nein, Frauen wollen sich nicht generell “den Männern” öffnen (wenn du das suchst, gehe ins nächstbeste Bordell).”

    Ich finde diesen Satz auch sehr befremdlich….

    Ich denke es geht herer darum, dass sich Menschen heute nicht mehr emotional öffenen wollen/können wie ich das noch aus meiner Kindheit kenne.

    Den Zusatz, “wenn du das suchst, dann gehe ins nächste Bordell” empfinde ich persönlich als Herabwürdigung dessen, was ich für mich freiwillig als Job gewählt habe.

    Haben sie persönliche Erfahrung als Sexdienstleisterin?

    Ja, ich habe das, und ich kann ihnen versichern, dass man da sehrwohl viele Kompetenzen braucht. Kompetenzen die weit über das sexuelle hinausgehen…
    Denn in unserer heutigen sehr kalt gewordenen Zeit suchen Menschen etwas Wärme, Nähe, Berührung und nicht nur jemanden, den sie penetrieren können.

    Gerade der Großteil der Männer, die sich im Paysex bewegen macht sich Gedanken um die Anbieterinnen und das eigene Verhalten ihnen gegenüber.

    Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass Männer Angst haben eine Frau anzusprechen, weil sie ständig vor augen geführt bekommen, dass ihr verständlicher Wunsch nach Nähe und eventuell auch Sex als niederträchtig und ekelhaft empfunden wird.

    Ihnen wird per se unterstellt nur “auf das Eine” aus zu sein.

    Dabei sehnen sich auch Frauen nach Nähe, Berührung und in Folge dessen nach Sex.

    Darf man das heute nicht mehr zugeben oder offen darüber sprechen?

    Ich kämpfe für meine Rechte als Frau und für meine Rechte als Sexdientleisterin.

    Nur in einer Unterhaltung sollte man offen sein für andere sichtweisen und diese akzeptieren, bzw tolerieren und respektieren, auch wenn man sie nicht teilt.

    Zu unterstellen, dass Sexarbeiterinnen per se keine freie Entscheidung treffen, wen sie als Kunden akzeptieren ist sehr von Scheuklappen eingegrenzt.

    Es kann scheinbar nicht sein, was nicht sein darf.

    LG Tanja

    • Piratenweib 10. November 2011 18:59 Antworten

      Ich denke es geht herer darum, dass sich Menschen heute nicht mehr emotional öffenen wollen/können wie ich das noch aus meiner Kindheit kenne.

      Probleme mit “emotionaler Öffnung” hat es immer gegeben und wird es wohl immer geben. Dabei spielt die Sozialisierung eines Menschen natürlich eine große Rolle.

      Den Zusatz, “wenn du das suchst, dann gehe ins nächste Bordell” empfinde ich persönlich als Herabwürdigung dessen, was ich für mich freiwillig als Job gewählt habe.

      Mit diesem Satz beabsichtigte ich keinerlei Herabsetzung von Menschen, die Sexarbeit freiwillig als Erwerbsarbeit gewählt haben! Ich bezweifle nur die generelle Freiwilligkeit von Dienstleistungen. Und das gilt nicht nur im Bereich der Sexarbeit, sondern grundsätzlich. Ich bezweifle die Freiwilligkeit einer Vielzahl von Arbeiten überhaupt. Wenn Menschen ausschließlich einer verhassten Tätigkeit nachgehen, um damit ihr Überleben zu sichern (oder ihre Teilhabe an der Konsumgesellschaft), so ist das doch wohl nicht freiwillig. Und gilt eben für nahezu jede Arbeit.

      Ja, ich habe das, und ich kann ihnen versichern, dass man da sehrwohl viele Kompetenzen braucht. Kompetenzen die weit über das sexuelle hinausgehen…

      Davon bin ich allerdings überzeugt. Das ist keine einfache Arbeit.

      Aus vielen Gesprächen weiß ich, dass Männer Angst haben eine Frau anzusprechen, weil sie ständig vor augen geführt bekommen, dass ihr verständlicher Wunsch nach Nähe und eventuell auch Sex als niederträchtig und ekelhaft empfunden wird.

      Ich glaube dir, dass dir das oft vermittelt wird. Nachvollziehen kann ich es dennoch nicht. Ich kenne persönlich keine Frauen, die einen Wunsch nach Nähe und Sex als niederträchtig und/oder ekelhaft empfinden. Die meisten Frauen wünschen sich Nähe – und befriedigenden Sex. So wie du es ja auch schreibst. Warum glauben dann soviele Männer, dass sie mit ihren Wünschen abgelehnt werden? Liegt es vielleicht doch nur an mangelnder Kommunikationsfähigkeit und daran, dass es nicht so einfach ist, Wünsche so zu vermitdeln, dass das Gegenüber sie vebsteht und evtl. an der Erfüllung teilhaben möchte?

      Ich kämpfe fôr meine Rechte als Frau und für meine Rechte als Sexdientleisterin.

      Was ich unterstütze.
      Nur in einer Unterhaltung sollte man offen sein für andere sichtweisen und diese akzeptieren, bzw toleriermn und respektieren, auch wenn m`n sie nicht teidt.

      Zu untersteelen, dass Sexarbeiterinnen per se keine freie Entscheidung treffen, wen sie als`Kunden akzeptieren ist sehr von Scheuklappen eiogegrenzt.
      Interess`nt, wie sehr ein einzelner Satz(oder ein Wort (war das gegoogelue Wort “Bordell”?) so triggern kann, dass alles drumherum nicht!wahrgenommen wibd. Ich glaube sogar, dass Stefan Reich einem “typischen” Paysex-Kunden entspricht. Und nicht alle Sexarbeiter_innen können frei entscheiden, wer Kunde wird und wer nicht. Zwänge können ganz unterschiedlich sein. Und sie wirken auf jede Art von Arbeit. Ich bin in meiner Arbeit ebenfalls unfrei, mich zwingen ganz banale Dinge wie die nächste Miete, die bezahlt werden will, die Rechnung meines Öllieferanten, wenn ich nicht frieren will, die Internetrechnung, wenn ich nicht offline gehen will etc.
      Zwänge, wohin mensch schaut.
      Wer ist frei?

  11. Faye 12. November 2011 14:05 Antworten

    Wie wär’s mal damit statt mit dem sinnlosen Krieg, den ihr seit Ewigkeiten gegen uns führt – und der euch und uns unglücklich macht?

    Komisch, es macht mich sogar sehr glücklich, dass ich nach seiner Definition keine natürliche Frau bin und das obwohl er mir vermutlich auch Kriegstreiberei vorwerfen würde. Hach, denken ist doch was schönes. ^^

    http://fayeandstuff.blogspot.com

  12. Robert 12. November 2011 14:30 Antworten

    Ah, endlich Wochenende:

    Frauen, die wieder dem Sinn ihres Lebens nachkommen. Denn der ist, Männer glücklich zu machen.

    That definitly made my day, my saturday night fever :-) Wer so einen sch*** schreibt, kann gar nicht wissen, wie erfüllend gemeinsam und einvernehmlich gelebte Leidenschaft ist. Der Begriff Liebe machen kommt doch nicht von ungefähr, lieber Stefan.

  13. nat 12. November 2011 19:07 Antworten

    Ist er nicht ein tolles Beispiel für einen NiceGuy(tm)?

    http://shakespearessister.blogspot.com/2007/12/explainer-what-is-nice-guy.html

    • Piratenweib 13. November 2011 12:20 Antworten

      :-)

  14. Bäumchen 13. November 2011 14:41 Antworten

    Hin und wieder tut es echt gut, sich so einen Typen herauszunehmen und ihn zu analysieren. Ich hab das vor einem Jahr mal mit Kommentaren gemacht, die auf einem anderen Blog über mich veröffentlicht wurden. Wen’s interessiert: http://baumderglueckseligkeit.blogsport.de/2010/11/16/eine-selbststudie/

    Und danke dafür :-)

    http://baumderglueckseligkeit.blogsport.de

  15. Maren 20. November 2011 20:19 Antworten

    @Bäumchen
    Den kenn ich doch! “Neoviktorianisch” kann nur einer sein… :grin:

    @all
    Das ist….so…traurig. Echt, der arme Mann! Keiner der ihn glücklich macht, keiner der ihm mal ein Lächeln schenkt… Und was erntet er? Hohn und Spott!
    Und das völlig zu Recht! :D
    Wie einer meiner Nachhilfeschüler sagen würde:
    “Komm ma klar auf deiner Polly-Pocket-Insel!” :roll:

    http://papercuttinghard.blogspot.com/

  16. Auceza 28. November 2011 03:16 Antworten

    Du rufst dazu auf, Gewalt im www zu ächten???
    Dabei sind doch viele Deiner Artikel voller verbaler Gewalt und Feindseligkeit!!!

    OMG

    Ich bin gegen jegliche Zensur des Internet und mag hasserfüllte Intoleranz nicht besonders. :/
    Es wäre schöner, wenn Du weniger auf der Sensationsmasche herumreiten würdest und auf die eine oder andere Verbalentgleisungen verzichten könntest. ;)
    Dann wäre das www schon etwas friedfertiger. :D
    Wie wäre es damit, einmal etwas Konstruktives zu schreiben???
    Naja…
    hab Dich trotzdem lieb!!! <3 <3 <3
    MfG, Deine Auc :)

    • Piratenweib 28. November 2011 11:07 Antworten

      Sorry, jemanden die_der sowas schreibt, kann ich einfach nicht ernst nehmen.
      Nimm dir die Friedfertigkeit und Aufforderung zur Konstruktivität erstmal selbst zu Herzen, bevor du anderen Ratschläge gibst.

  17. soso! 19. Januar 2012 01:05 Antworten

    Mit diesem Satz beabsichtigte ich keinerlei Herabsetzung von Menschen, die Sexarbeit freiwillig als Erwerbsarbeit gewählt haben! Ich bezweifle nur die generelle Freiwilligkeit von Dienstleistungen. Und das gilt nicht nur im Bereich der Sexarbeit, sondern grundsätzlich. Ich bezweifle die Freiwilligkeit einer Vielzahl von Arbeiten überhaupt. Wenn Menschen ausschließlich einer verhassten Tätigkeit nachgehen, um damit ihr Überleben zu sichern (oder ihre Teilhabe an der Konsumgesellschaft), so ist das doch wohl nicht freiwillig. Und gilt eben für nahezu jede Arbeit.

    also wenn Sexarbeit als spezielle Form der Erwerbsarbeit gewählt worden ist trotz dem hohen Grad an sozialer Stigmatisierung und Ächtung dann kann diese Arbeit ja nicht ganz so verhasst sein wie du sagst. Der allgemeine Zwang zur Erwerbsarbeit ist bitte nicht zu verwechseln mit der eingeschränken aber doch teilweise vorhandenen Wahl von der ganz konkreten Arbeit. Das Erwerbsarbeit ein elementarer Zwang innerhalb einer kapitalistischen Vergesellschaftungslogik ist sollte nicht darüber hinweg täuschen, dass ihre Form grade weil die Arbeit zur Ware wird eher zweitrangig manigfaltiger wird und somit die konkrete tätigkeit weniger zwanghaft. Es gibt also in der Tat eine begrenzte Wahlfreiheit der konkreten Form der Erwerbsarbeit. Im Kapitalismus noch eher als im Feudalstaat. Nicht desto trotz möchte ich nicht den zu verurteilenden Zwang vieler junger menschen zur Prostitution leugnen.

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