Die giftgrüne Brennessel
02. Februar 2010, 11:44
Grüne Frauen suchen die schlimmsten Anti-Frauen-Sager für die neue Negativ-Auszeichnung
Die jüngste Debatte um die “großen Söhne” in der österreichischen Bundeshymne, die um “große Töchter” ergänzt werden sollte, zeigt deutlich, dass hier zu Lande Gleichberechtigung und Gleichbehandlung der Geschlechter nach wie vor kleingeschrieben wird. Das traditionelle Bild herrscht vor: Mann ist der Boss, Frau werkt im Hintergrund – und bitte auf alle Fälle zu Hause und nicht als Konkurrentin am Arbeitsplatz, die vielleicht noch gleich viel verdienen will. Die vielen frauendiskriminierenden bzw. -feindlichen Sprüche, die so mancher klopft, umtermauern diese Haltung.
via Die giftgrüne Brennessel – Politik – dieStandard.at › Politik.
Eine gute Idee ist das. Vielleicht sollten wir auch so einen Preis einführen: giftgrüne Brennessel für Machos, pinker Dackel für frauenfeindliche Frauen.
Und bitte öffentlich verleihen mit recht viel Tamtam ![]()
Hier sind die ersten potentiellen Preisträger aus Österreich (u.a. der Spruch, welcher den Namen des Preises “giftgrüne Brennessel” anregte):
- “Ich freue mich unglaublich, wenn mir meine Frau um zehn Uhr abends noch eine frische Brennnesselsuppe machen kann und sie nicht abgehetzt und müde ist.” (Kärntens Landeshauptmann Dörfler, 22.3.09)
- “Mir ist bisher jedenfalls kein Betrieb untergekommen, wo eine Kraft weniger Gehalt bekommt, nur weil sie eine Frau ist.” (WKÖ-Präs. Leitl 16.03.2009)
- “Wäre ich ein Linker, würde die ganze Emanzentruppe vor mir flach liegen”, Wolfgang Schüssel (Sept., 2006)
- “Die Frauen gehören in die Kuchl, sollen die Kinder erziehen und aus.
Ich bin da ein Revoluzzer.” (Gunnar Prokop, Jänner 2005)
Gibt´s in Deutschland sowieso nicht? Solche Sprüche können nur Österreicher machen, weil, naja, die Ösis sind halt ein bisserl … rückständig?
Von wegen!
Hier ein paar Beispiele:
- “Technische Jobs können Frauen ohne die Hilfe eines Mannes ohnehin nicht bewältigen” & “Weigert sich eine Frau, zu bügeln und sauberzumachen, wird der Beziehung bald die Luft ausgehen.” (Esko Kiesi, Audi Manager)
- “Wenn die Frau abends müde von der Arbeit nach Hause kommt, sollte man sie wenigstens in Ruhe putzen lassen.” (Harald Schmidt, Entertainer)
- “Womit verhüten Emanzen? Mit dem Gesicht.” (Oscar Lafontaine, Politiker)
- “Ein erfolgreicher Mann ist ein Mann , der mehr verdient, als seine Frau ausgeben kann. Eine erfolgreiche Frau ist eine, die so einen Mann findet.” (Mari Adorf, Schauspieler)
- “Vorsicht! In ihrem Alter erkältet man sich schnell die Eierstöcke” (Thomas Gottschalk, Moderator, zu einer 60jährigen Artistin)
Und ihr könnt übrigens mit abstimmen, wer die giftgrüne Brennessel 2010 für Österreich erhalten soll, Abstimmung online.
Hier gleich nachschauen
Vielleicht habt ihr ja auch noch so ein paar dreiste Promisprüche auf Lager, dann immer her damit. Ich sammle sie hier. Vielleicht wird sogar mal ein Preis verliehen …











Ich finde den hier besonders gelungen:
Feminismus existiert nur, um hässliche Frauen in die Gesellschaft zu integrieren
(Charles Bukowski)
Ein aktuelles Foto auf dem hässliche Feministinnen abgebildet sind, bestätigt dies:
http://www.taz.de/1/leben/alltag/artikel/1/wir-brauchen-einen-arschtritt/
Der kommt nicht in die Auswahl. Hier werden nur Sprüche in Deutschland lebender Promis aufgenommen. Mal davon abgesehen, dass Charles Bukowski natürlich unbedingt auf die Liste der “sexiest man already dead” gehört.
Und zum Foto: Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters. Was du hässlich findest, liebt ein anderer.
Thomas Gottschalk lebt aber in Kalifornien.
Echt? Das wusste ich nicht … Dann bekommt er einen Ehrenpreis für steuerflüchtige Machos.
Die findest du häßlich? Naja, über Geschmack lässt sich bekanntlich trefflich streiten. Ich finde z.B. besonders die links außen stehende Dame wesentlich hübscher als so manche Antifeministin und attraktiver als jeden Maskulisten, dessen Bild mir schon vor die Augen sprang, sowieso.
Also, Satz mit x…
Ich finde die drei auch nicht hässlich. Da hab ich schon anderes gesehen … zum Beispiel hier: Hässliche Männer.
Aber keine Sorge Bruno, wer hässlich ist, kann immer noch Model werden.
http://www.anonym.to/?http://www.maskulist.de/Kroeten_Index.htm
Jaja, aber darum geht´s jetzt hier nicht. Das kann der Maskulist auf seiner Seite abhandeln.
Was ist daran frauenfeindlich?
“Mir ist bisher jedenfalls kein Betrieb untergekommen, wo eine Kraft weniger Gehalt bekommt, nur weil sie eine Frau ist.”
Bei diesem Spruch ist interessant, wer es gesagt hat, nämlich WKÖ-Präs. Leitl. Ach so, den kennst du nicht?
Also, die WKÖ ist sozusagen die IHK Österreichs, sprich: eine Arbeitgeber- bzw. Unternehmervereinigung. Die CeiberWeiber kennen sich mit Leitl noch besser aus.
intressant ist dabei dass Österreich bei Gleichberechtigung tatsächlich SEHR weit hinten ist und in div. Erhebungen sogar immer weiter hinter diverse 3. Welt-Länder abrutscht; 1/4 weniger Gehalt ist Tatsache, als WKÖ-Chef da einen auf “ist mir nicht untergekommen” zu machen ist unter aller Sau.
Puh, da gabs mal vor einiger Zeit einen Artikel dazu, in dem es hieß: Österreich steht noch relativ gut da weil die Frauen-Gesundheit entsprechend einer Industrienation sehr hoch ist, was das Ranking insgesamt verbessert. Daraufhin kam ein Kommentar, der an sich schon nominierungswürdig wäre: “Immerhin gesund sind sie, das ist doch die Hauptsache”
Hab ich gelesen, dass Österreich noch schlechter da steht als Deutschland. Dabei habt ihr uns viele Dinge voraus, z.B. im Steuerrecht. Aber in beiden Ländern (oder eigentlich fast überall?) ist noch viel zu tun, damit echte Gleichstellung erreicht wird.
Was sagt eigentlich Leitl´s Frau zu seinen Sprüchen? Oder darf sie in der Öffentlichkeit nicht sprechen?
keine Ahnung, ist aber gut möglich, wenn man gewisse österreichische Traditionen berücksichtigt
z.B. die Verbindung WKÖ – ÖVP – ÖCV, die auch für Leitl gilt.
Hehe, jetzt musste ich aber erst mal googeln. ÖCV war mir bisher kein Begriff. Gefunden habe ich das auf der offiziellen Website:
Puh, wenn ich das schon lese: “Altherrenschaft”, “Altherrenlandesbünde”. Das tönt wie der Mief von tausend Jahren.
Ach so, den kennst du nicht?
Nein, kenne ich nicht. Aber das war keine Antwort auf meine Frage.
Ja, ich glaub, da musst du die Österreicher fragen. Ich hab den ja nicht nominiert. (Obwohl er´s verdient hätte – allerdings wegen anderer Äußerungen.)