Die Piratenpartei: Kritik, Einblick, Ausblick — Adrians Blog
Die Piratenpartei: Kritik, Einblick, Ausblick — Adrians Blog.
Spannende Gedanken eines inaktiven Piraten. Zum Beispiel diese Grundsätze:
Pirat_innen kämpfen ihrem Selbstverständnis nach für die Freiheit aller Menschen. Freiheit ist die Möglichkeit, unabhängig von Geschlecht, Herkunft, sexueller Ausrichtung, sozialer Abstammung und sonstigen Faktoren ein selbstbestimmtes kulturelles, wissenschaftliches, politisches und soziales Leben zu führen und dabei nicht staatlich bevormundet, eingeschränkt oder überwacht zu werden. Die Einschränkungen dieser Freiheit sind jedoch nicht nur staatliche und rechtliche, sondern auch faktische, also solche, die bsw. in Kultur und Gesellschaft begründet liegen. Gegen diese richtet sich die politische Arbeit gleichermaßen.
Eine der wichtigsten Grundlagen der Freiheit ist eine Bildung, die den Interessen der Lernenden folgt. Nur unter solchen Bedingungen können Menschen überhaupt die bsw. rechtlich zugesicherten Freiheiten wahrnehmen. Nur unter solchen Bedingungen kann überhaupt von „Freiheit“ gesprochen werden. Wo eine Hälfte der Menschen sprachlich ignoriert wird, wo eine Person aufgrund des Geschlechts wesentliche Hindernisse bei ihrer Entfaltung überwinden muss, kann ebenfalls keine Freiheit vorliegen.
Pirat_innen sehen ihre Arbeit auch als Interessenvertretung jener an, die keine Stimme in der Mediendemokratie haben. Dazu zählen Menschen im Ausland und solche Menschen im Inland mit der „falschen“ Herkunft oder dem „falschen“ Alter, denen nicht einmal formal das aktive Wahlrecht gewährt wird. Dazu zählen auch ungeborene Menschen, die in Zukunft unter unserem Lebensstil leiden werden, und Gruppen, die zwar formal wahlberechtigt sind, aber keine Öffentlichkeit finden.
Ich denke, alle Pirat/innen können das unterschreiben.
Und dem hier …
Jenseits der politischen Inhalten sehe ich bei der Piratenpartei zwei wesentliche Probleme; Einerseits wird – wie bei Nerds üblich – eine herrschende Diskriminierung von Frauen geleugnet. Das ist besonders verfehlt in einer Szene, in der selten mehr als ein Viertel Frauen, häufig deutlich weniger, vertreten sind. Dabei werden die faktischen kulturellen und gesellschaftlichen Einschränkungen mit Hinweis auf eine formale Offenheit der Partei für alle Interessierten verleugnet. Ein solches Verhalten ist jedoch nicht Ausdruck einer postsexistischen Haltung, sondern manifestiert sexistische Diskriminierung.
… stimme ich insbesondere zu. Das Problem muss erkannt und darf nicht geleugnet werden. Ich bin kein Nerd, aber Piratin und ich werde mit ganzer Energie mit daran arbeiten, die Piratenpartei zu einer für die breite Öffentlichkeit wählbaren Partei zu machen.










Aber bitte nicht, indem schon wieder weibliche Piraten als “Pirat_innen” diskriminiert werden.
Jeder hat das Recht, unabhaengig von seinem Geschlecht als vollwertiger Pirat, als vollwertiger Mensch, als vollwertiger Arzt usw. behandelt zu werden.
Zu behaupten, man sei eben _nicht_ von einem Arzt behandelt worden, behauptet ja gerade, dasz es da einen qualitativen Unterschied gaebe.
Wenn es kein “richtiger” _Arzt_ war, musz eine “Arzt_in” demnach etwas schlechteres sein.
Schlusz damit!
Ein guter Arzt ist ein guter Arzt. Ein guter Mensch ist ein guter Mensch.
Und ein Pirat ist ein Pirat.
Wer da aus Tradition weiter sprachlich diskriminieren will, soll das woanders tun.
Die Piratenpartei stellt sich da aber (Göttin sei dank) konsequent dagegen!
(Richtig ist: Als Gott den Mann schuf, uebte sie nur!)
Eine Frau kandidiert bei den Piraten nicht, _weil_ sie eine Frau ist und auch nicht _obwohl_ sie eine Frau ist, sondern ganz unabhaengig davon.
Bitte wachwerden und endlich mit der alten Diskriminierung weiblicher Mitglieder aufhoeren!
Also, ich kann ja nur für mich sprechen. Ich fühle mich als Piratin keineswegs diskrimiert, sondern in meiner ganzen Person gewürdigt. Mit dem generischen Maskulinum kann ich wenig anfangen. Aber das mögen andere Frauen anders sehen. Um die Wortklauberei geht´s mir gar nicht. Das mag jede/r halten wie er/sie will. Was sprachliche Diskriminierung angeht, lege ich dir die Bücher der Linguistin Luise F. Pusch ans Herz. Bitte wachwerden und nicht wieder in alte Muster verfallen, gegen die wir (etwas älteren) Frauen vor Jahrzehnten für uns alle gekämpft haben. Du verleugnest den Verlauf der Geschichte und alles, was vorher war. Das finde ich nicht gut.