Und dann schauen wir mal in die Suchfunktion des Piratenweibes Weblogs (was schon ärgerlich genug klingt) und finden erst mal mehrere Seiten “Piratin” und, au contraire, immerhin ein Ergebnis für “unpiratig”, und das hat es in sich, betont die Verfasserin doch dort, dass es wichtig sei, auf die “Außenwirkung” seiner Wortwahl zu achten, wenn man Pirat ist.
via Hirnfick 2.0 » Blogarchiv » Leser (innen und außen)
Tja, mein lieber Tuxi, ich bin aber kein Pirat! Ich bin Piratin. Für mich – und das ist ganz persönlich und keine Parteimeinung! – ist das Wort “Pirat” nicht geschlechtsneutral. Deshalb achte ich in der Tat auf meine Wortwahl – weil sonst leicht der Eindruck entstünde, die Piratenpartei wäre eine reine Männerpartei. Es kann natürlich sein, dass das von gewissen Herren durchaus so gewünscht ist. Aber das kann ich selbstredend nicht unterstützen – deshalb: ich mache keinen Hehl daraus, dass mein Geschlecht weiblich ist. Bei “tux” weiß man das ja nicht so genau …
Ich möchte der Piratendame hier keine bösen Absichten unterstellen, ich nehme auch an, dass sie diesen Text nicht zur Kenntnis nehmen wird, aber es ist doch schon erstaunlich, mit welchem Selbstverständnis manche Menschen einerseits (zu Recht) gegen die Grundprinzipien der Piratenpartei verstoßende Äußerungen kritisieren und dann aber andererseits aktiv gegen die Ziele der Partei handeln. Warum sollte man auch die eigene Sonderstellung aufheben wollen?
Aber sicher wird das Piratenweib (keine Dame!) diesen Text zur Kenntnis nehmen, ist sie doch durchaus in der Lage sich modernster Computertechnik zu bedienen – und wer mir ein Pingback schickt, sollte sich nicht in der Öffentlichkeit fragen, ob ich seine Sprachergüsse zur Kenntnis nehme. Ich wüsste auch nicht, an welcher Stelle ich gegen die Prinzipien der Partei verstoße? Und eine Sonderstellung habe ich schon gleich gar nicht. Ebensowenig wie du, Tuxl.
ber diese für Frauen leider keinesfalls ungewöhnliche Haltung ist nicht der Grund für diesen Beitrag; vielmehr kam ich ursprünglich auf diesem Beitrag an, der das Vorhaben der CDU, die deutsche Sprache endlich im Grundgesetz zu verankern (was ich, anders als so manch andere Idee der CDU, ausdrücklich für gut befinde), ordentlich durch den Kakao zieht und dabei leider auf dem Niveau “Microsoft heißt, haha, Kleinweich” bleibt.
Zum Glück muss ich aber – dank Meinungsfreiheit (übrigens ein Piratengrundsatz) – nicht deiner Meinung sein. Ich lehne den Vorschlag der CDU ausdrücklich ab. Und zwar 1. weil in Deutschland logischerweise Deutsch die Landessprache ist und nicht Suaheli. Und weil 2. ich das voll bekloppt und reaktionär finde. Nein, wir müssen den Österreichern nicht alles nachmachen. Nicht die FPÖ, nicht den Haider und nicht den Sprachtick.
Die Frage ist ja auch philosophischer und historischer Natur: Was nämlich ist “die deutsche Sprache”? Auf welchem Stand wollen wir denn das festhalten? Am besten gehen wir zurück auf die Zeit vor Napoleon, wo der uns doch so fiese französische Worte wie Bluse und Portemonnaie dagelassen hat. Oder nein, wir müssten eigentlich noch weiter zurück, denn auch griechische und lateinische Worte haben unserer gute alte deutsche Sprache durchdrungen. Also, welche deutsche Sprache soll ins Grundgesetz? Althochdeutsch oder doch schon Mittelhochdeutsch?
Aber ich freue mich natürlich, dass du so viele Beiträge auf meinem Blog gelesen hast. Wie heißt es doch so schön? Kritik ist die höchste Form des Lobes.
Ein einfaches Beispiel: Zwei Männer und eine Frau betreten eine Eisdiele. Handelt es sich nun um Eiskäufer, um Eiskäuferinnen oder um EiskäuferInnen? Gemäß der allgemeinen Verwendung wäre letzterer Fall zutreffend, es handelt sich also um eine Gruppe von Eiskäufern, in denen mindestens ein Mitglied männlichen Geschlechts ist. Die Endung “-innen” ist aber ein Indikator für die Pluralform, zwei Exemplare eines Eiskäufers sind und bleiben Eiskäufer ohne Suffix, es muss also mehr als nur einen weiblichen Eiskäufer in der Gruppe geben. Wäre also “EiskäuferIn” korrekt – zwei Eiskäufer und eine Eiskäuferin?
Na, du hast es doch im ersten Satz schon geschrieben … mein Güte. Es heißt korrekt: Eine Frau und zwei Männer betreten eine Eisdiele. Ob die drei Leute ein Eis kaufen wollen, steht doch gar nicht in diesem Satz. Wie kommst du darauf, dass es sich um “Eiskäufer/innen” handelt? Liest du immer so oberflächlich? Sogar deine eigenen Texte? Traurig …. wie die deutsche Sprache immer verhunzt wird











Absatz Nr. 1:
Die Satzung ist des Piraten heilige Schrift, und Gott der HErr (bzw. die HErrin, höhö) schrieb daselbst: Pirat ist Pirat ist Pirat.
Absatz Nr. 2:
Pingback hin oder her – hätt’ ja sein können, dass er hier im Nirwana verrutscht oder sich der Betreiber (ja, DER BETREIBER *fg*) gar bewusst von einer Seite mit einem derart abstoßenden Titel fernhält.
Absatz Nr. 3:
Ich mag Meinungsverschiedenheiten. Sonst hätte man sich ja gar nichts zu sagen. Ich hätte gern die hochdeutsche Sprache im Grundgesetz, wie immer sie sich entwickeln möge, weil sie die einzige ohne regionale Besonderheiten ist. Ist natürlich meine niedersächsische Eigenmeinung.
Absatz Nr. 4:
Jetzt haste mich, danke. Gut, gesetzt den Fall, sie tätigten einen Eiserwerb: Was dann?
(In meinem Beitrag entsprechend angepasst. Man will ja nicht als Vollhorst dastehen.)
(Und jetzt schiebe ich mal diese Netzpräsenz in mein Feedleseprogramm, um dir ‘ne Freude zu machen. So bin ich.)
Was´n Quatsch. Erstens ist eine Satzung keine heilige Schrift, sondern bloß die “Verfassung” eines Vereins, welche gewisse gesetzliche Vorgaben erfüllen muss. Zweitens schrieb sie nicht “Gott, der Herr” oder “Göttin, die Herrin”, sondern sie wurde von einige Pirat/innen vor ein paar Jahren zusammengestoppelt. Heute gibt es zahlreiche Bestrebungen für diverse Satzungsänderungen, falls du es noch nicht mitbekommen haben solltest. Nichts ist ewig – auch nicht die Piratensatzung.
Also, was denn nun? Bist du jetzt Christ (Gott, der Herr) oder Buddhist (Nirwana)? Ich bin keins von beidem, deswegen kommen meine Pingbacks auch an, ohne irgendwo zu versumpfen. Was du mit dem abstoßenden Titel meinst? Hmmmm. Seltsam, vom eigenen Blog so etwas zu sagen … wie heißt die Krankheit noch gleich? Bipolare Störung?
Ich mag Meinungsverschiedenheiten, die auf einem hohen Niveau ausgetragen werden. Die hochdeutsche Sprache also. Welche hochdeutsche Sprache?
Hochdeutsch
Nun, Horst, in diesem Falle würde ich sagen, lautet der korrekte Satz: “Eine Eiskäuferin und zwei Eiskäufer betreten eine Eisdiele, in welcher sie umgehend in der genannten Reihenfolge vom Personal bedient werden.” Zu lang? Na gut.
Wir schreiben: “Dreimal zwei Kugeln im Hörnchen. Aber zackzack!”
Och, wie süüüüüüß.
Klar, Satzungsänderungen. Aber um den Punkt “wie heißen eigentlich Pirateusen?” geht es dort meines Wissens nicht.
Was den Blogtitel betrifft: Ich kommentiere auch auf anderen Weblogs mit dem nötigen Quäntchen reflexiver Ironie. (Will sagen: Die Begründung hab ich durchaus schon gehört.)
Bedeutung hin, Bedeutung her. Ich meine Fall 1. “Standardsprache”, nach wessen Standards auch immer. (Dialekte sind erlaubt.)
Eiskäufer. Eiskäuferinnen. Gar nicht im Binnenmajuskelwahn? Es ist deprimierend, wenn schlaue Provokationsversuche einfach versanden.
Heute mal süüüüüüß (*),
tux. Nachweislich ein Mann.
*: Das hab ich jetzt davon, hier meinen Senf abzulassen. Hrmpf.
Na, das tut mir aber leid …
Ich verwende keine Binnenmajuskeln. Wenn du meine Texte liest, wird dir das sicher auffallen … Ich verwende den Schrägstrich, z.B. Pirat/innen. Ist auch hässlich, macht aber nix. Ich könnte auch schreiben Piratin und Pirater, oder Pirate und Pirato, oder Pirats, oder Seeräubers, oder was mir sonst so einfällt. Ich mach sowieso, was mir passt.
Quod est dubitandum.
Ich schieb’s mal wieder nach vorn:
“Pirat/innen” ist aber falsch, wenn es mehrere Piraten männlichen Geschlechts sind. Ein Pirat und mehrere -innen. Womit wir wieder bei meinem Dilemma wären.
“Quod est dubitandum.” — Quod est veritas. Probare non est necesse.
(Oh, neue Avatardinger. Hübsch.)
Na, hübsch eigentlich nicht. Aber immer noch besser als die anderen Monster, die WordPress so als Standard anbietet. Ich suche noch bessere, wer kennt welche?
Würde ich hier meine andere Mailadresse hinschreiben, würde WordPress mir auch ein hübscheres Avatarbild geben. Ich teste mal.
Nam vitiis nemo sine nascitur. :-}
@Piratenweib. Was Tux meint: Howgh, die Männer haben gesprochen und die Frau muss sich danach richten. Die dürfen nicht hinterfragen, warum es nicht auch Piratinnen gibt.
Ja, weiß ich doch …
Ist mir aber wurscht. Ich sage, was ich denke, und das LAUT.
Auch wenn´s manchmal Folgen hat … Piratenforum
[...] Lieben Dank an das Weib, allein aus dem Betreten folgt noch kein Kauf. Logikfehler hiermit beseitigt. [...]
[...] belegt hat. Unter anderem vermutlich geschuldet dem Umstand, dass ich mit dem verlinkten Weibe einen gehobenen Diskurs über Eiskauf führte, in dessen Verlauf ich tatsächlich das Wort “süüüüüüß” (ich fasse es nicht!) zu [...]