Also hier meine Antwort auf Alex´ Frage.
Leben ohne Internet? Da streiten sich in mir zwei gegensätzliche Positionen. Einerseits: Wie herrlich könnte es sein … ich würde jetzt draussen in der Sonne spazieren gehen statt hier im Büro am Rechner zu hocken und irgendwelche Blogs
Ich arbeite jetzt seit fast 30 Jahren mit Computern, war vor langer Zeit begeistert vom Sinclair ZX81 mit seiner vierfach belegten Gummitastatur, von programmierbaren HP-Taschenrechnern in Walkmangröße und magnetischen Speicherkarten (auf die man furchtbar aufpassen musste). Dann die ersten Desktoprechner, C64 mit Kassettenlaufwerk und Fernseher als Bildschirm, Apple, Atari, Schneider, Rechner ohne Festplatten und mit einem Diskettenlaufwerk. Disketten – wer kennt die Dinger heute noch? Und welcher Fortschritt waren dann die stabilen 3,5″ Disketten. Zu diesen Zeiten musste man sich noch mit dem Betriebssystem (am PC war´s DOS) auskennen, um einen PC überhaupt bedienen zu können. Nix war mit Maus oder Touchscreen. Keine grafische Benutzeroberfläche. Dann wurde das Internet (nach BTX teuren Zeiten) populär. Internetseiten als Fließtexte mit einzelnen Sprungmarken. Alles in Standard-Times-Roman mit blauen unterstrichenen Hyperlinks. Privatleute waren noch nicht so sehr vertreten. Das Usenet war ganz groß. Dann gab´s HTML-Weiterentwicklungen, z.B. Frames. Heute total verpönt. Die Entwicklung wurde immer rasanter – ich habe sie von Beginn an mitgemacht. Dennoch muss ich nicht auf jeden Zug aufspringen: Facebook, StudiVZ und sonstige Gemeinschaften nutze ich nicht. Erst seit September 09 blogge ich, seit letzter Woche nutze ich Twitter. Und je mehr ich davon nutze, um so mehr stelle ich fest, dass diese Dinge auch Zeitdiebe sind. Das gefällt mir nicht. Ich ertappe mich dabei, “nur noch mal schnell die eMails abzurufen oder kurz die neuesten Tweets zu lesen”, bevor ich das Haus verlasse oder ins Bett gehe. Als ob es von entscheidender Bedeutung wäre, ob ich eine Viagra-Werbung nun heute abend oder morgen früh lese
Manchmal frage ich mich schon, wo diese Entwicklung noch hinführt. Meine Generation kennt ja beides: Leben ohne Internet und mit Internet. Unsere Kinder kennen nur noch eine Welt mit Laptop und Handy. Wie selbstverständlich wird es für die folgende Generation sein? Oder werden wir auch mal wieder andere Werte schätzen? Diese Fragen wird wohl nur die Zeit beantworten. Ich werde es mit Spannung verfolgen.











Oh ja, das waren die guten alten Zeiten. C64 war bei mir der erste Computer und ich konnte Stunden mit Oilimperium und Vermeer verbringen.
Gab es da nicht diese Akustikkoppler, wo man den Telefonhörer drauflegen konnte für BTX ? Hab da noch so was im Kopf. Das Geos für C64 fand ich auch sehr gut. Irgendwo im Keller müssten meine ganzen C64-Sachen noch sein, da ich alles gehalten habe.
Ja, Akustikkoppler: beep, brrlrlrlrlrl, beepbeepbeep, brrbrrrbrbrbrbbbbrrrrrrr, beep
Und teuer war das! Mein Gott! Von Flatrates konnten wir damals ja nur träumen.
Ich habe nichts von dem ganzen Zeug aufgehoben (außer in meinem Gedächtnis). Aber manchmal finde ich es lustig, einen C64-Emulator auf dem Laptop laufen zu lassen. Oder ein altes Textadventure zu spielen …. mein Gott, bin ich sentimental …