Schon Marie von Ebner-Eschenbach erkannte ganz richtig:
Glückliche Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.
Jetzt übergebe ich aber das Wort an meinen heutigen Gastautor Michael Kappes, der einen Denkanstoß zu diesem Thema geschrieben hat.
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Welche Rolle spielt die Figur der Mutter bei Männlichkeitskonstruktion?
Ein Gastbeitrag von: Michael Kappes (aka majestyx)
Angeregt wurde dieser Artikel durch das Buch „Zum Mann gehätschelt. Zum Mann gedrillt.” und das Interview in An.schläge (at – Feministisches Magazin) mit Titel: „Kriechend zum Mann werden“ mit Pinar Selek.
Mit den Themen Macht und Konkurrenz beschäftige ich mich auch schon des längeren. Gerade in freiwilligen Projekten fällt es sehr schnell auf, dass wir solche Macht- und Konkurrenzkämpfe, wie wir sie täglich auf dem (Arbeits-) Markt kämpfen, auch in unser Privatleben quasi mit hinein schleppen. In einem Interview mit Pinar wurde nun die Frage aufgeworfen: „Welche Rolle spielt die Figur der Mutter bei Männlichkeitskonstruktion?“

Wir selbst tun es jeden Tag, meist unbewusst und reflexartig. Wir definieren uns über die herrschenden (Geschlechter-) Verhältnisse. Beispielsweise sagte mir eine Feministin erst letztens: „Mann kann kein Feminist sein, weil er ein Mann ist.“ – “Schön”, denkt sich da der eindimensionale Mann: “kann ich ja so bleiben wie ich bin …”.
Ich finde es grundsätzlich richtig, dass der feministische Schwerpunkt bei Frauen und „ihren“ Rechten liegt und Frauenmeinungen /-themen mehr Platz im Diskurs haben müssen. Nach „x-Tausend Jahren“ Patriarchat und den dadurch vorliegenden gesellschaftlichen Ergebnissen! Aber, treffen wir die richtigen mit unserer Kritik oder Anregung?
„Was wird´s denn? Junge oder Mädchen?“ – Klingt harmlos, aber so werden Eltern fast schon gezwungen, sich vorab für das Kind zu entscheiden. Meine Antwort: Mein Kind, was es später mal machen/tun will, soll es selbst entscheiden oder herausfinden“.
Was mich aber in diesem Zusammenhang interessiert, ist die Frage der Reflexion der Frau und Mutter innerhalb der heterosexuellen Matrix und Naturalisierung von Menschen. Steile These: Da die Frau seit Jahrhunderten unterdrückt wird, hat sie diese Unterdrückung schon verinnerlicht und gibt sie ungewollt an ihre Kinder weiter. Mütter schicken ihre Söhne zum Militär oder geben sie weiter für so was wie Suicide Bombing. Mütter bringen ihren Töchter bei, sich „dem Manne“ unterzuordnen. Wenn Frau schwanger wird, bekommt sie einen „konservativen Backlash“?
Ein weiterer Punkt ist das Frauenbild in den Medien. Täglich erlebe ich in den Medien wie Frauenrechte mit Füßen getreten werden. Nein, es geht jetzt nicht um DSD oder XY sucht den SuperModelPlopStar … Der nOIe dOItsche Heimatfilm, 2010 in der ARD ausgestrahlt, mit Titel “Baching” (2) gibt da viel bessere Hinweise. Neben der Wiederkehr der „Blut & Boden“ Theorie geht es in einer Nebenhandlung um eine Krankenschwester, die statt fester Beziehung den „One Night Stand“ bevorzugt. Nachdem sie einen „fremden Kerl“ ins Hotelbett abgeschleppt hat, trifft man sich im Krankenhaus wieder. Am Bett seinER hochschwangeren (in frühgeburtlichen Wehen liegenden) Frau. Nicht ER, nein, die Krankenschwester rennt verzweifelt aus dem Raum – und grämt sich. Was ER seiner schwangeren Frau erzählt, erfahren wir nicht. Aber ihre Freundin tröstet sie, dass ihr in einer „ordentlichen Beziehung“ so etwas erspart bliebe. Die Nebenhandlung wird abgebrochen. Schnitt.
OK, es gibt Pornos von Frauen für Frauen und feministische Medien und Veranstaltungen. Aber wird damit auch die alleinstehende „Hartz IV“ Mutter angesprochen – oder bleiben wir da weiter unter uns? Also Schwestern, was tun mit den Müttern der Hamas? Und wie zeigen wir unseren Töchtern, dass die Unterwerfung oder „Dummheit/Keuschheit/Naivität“ der Frau nicht sexy ist?
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Links zum Thema:
- Geschlechterkonstruktion im GenderWiki
- Die Kunst der Distinktion
- Mädchenblog – feminist mom
- Buben verstehen lernen (pdf)
- GEW-Newsletter – Geschlechterrollen reflektieren (pdf)
- Gender Lectures – Stereotype
Die Diskussion ist eröffnet.











Komisch? Warum will diesen Beitrag niemand kommentieren? Wo bleiben meine sonst so zuverlässig erscheinenden Verteidiger männlicher Werte?
Im Ernst jetzt: Die Weitergabe althergebrachter Rollenstereotype erfolgt auch durch Frauen. Wie ist das zu durchbrechen? Würde sich etwas ändern, wenn mehr Männer sich insgesamt an Kindererziehung beteiligen? Wenn das Geschlecht eines Kindes gar nicht mehr erfragt oder auch bekannt wäre? Die Frage “Was ist es denn?” zeigt in der Tat, dass das Geschlecht des Kindes eine wesentliche Information ist. Wichtiger noch als der Name, denn dieser wird oft erst als zweite Information erfragt. Warum aber ist das Geschlecht eines Babies wichtig, wenn nicht aus dem Grund, dass nach Kenntnis desselben Unterschiede gemacht werden (sollen)?
Schreibt mal, was ihr darüber denkt.
Sehr wesentlich sogar. Das scheint sogar soweit zu gehen, dass es für manche Eltern nicht nur wichtig ist zu wissen, “was es denn wird”, es gibt sogar welche, die sagen ganz offen, dass sie lieber das oder das möchten. Und wenn ich spontan in Gedanken die durchgehe, bei denen mir solche Wünsche bekannt sind, fällt auf, dass mehrheitlich eher Jungs gewünscht werden. Begründungen dazu bedienen alle Klischees, die man kennt, so blöd sie auch sind. Das reicht von Mädchen seien zickiger und komplizierter, bis zu Jungs haben es leichter im Leben.
Die Weitergabe althergebrachter Rollenstereotype erfolgt auch durch Frauen. Wie ist das zu durchbrechen? Würde sich etwas ändern, wenn mehr Männer sich insgesamt an Kindererziehung beteiligen?
Das ist eigentlich ganz einfach, man müßte die Männer aus dem Erwerbszwang befreien. Das Elterngeld hat gezeigt, daß es funktioniert. Die Quote der betreuenden Väter wäre viel höher, wenn das Elterngeld finanziell attraktiver gestaltet werden würde. So nehmen in Island 90% der Väter hälftige Babyzeit, was bei einem Elterngeld von bis zu 5000 Euro (das gab es jedenfalls bis zur Finanzkrise) auch kein Wunder ist.
Das alles ist aber nur die halbe Wahrheit, denn im Gegenzug kann Mann von Frauen dann natürlich auch erwarten, daß diese typische Männerjobs übernehmen. Allerdings dürfte die Bereitschaft von Frauen Berufe wie Maurer, Kanalreiniger, Gerüstbauer oder Gleisarbeiter eher gegen Null tendieren…
Ach, der Bruno ist auch wieder da – mit den halben Wahrheiten
Warum übrigens ist Kinderhüten für Männer attraktiver, wenn´s dafür viel Geld gibt? Es widerstrebt mir irgendwie, das zu glauben. Dafür hab ich ein zu positives Männerbild.
Warum übrigens ist Kinderhüten für Männer attraktiver, wenn´s dafür viel Geld gibt?
Wíeso für Männer? Soweit ich mich erinnere hast Du Dich doch hier im Blog für höhere Kindergärtnerinnen-Gehälter ausgesprochen.
Stell mir mir übrigens recht amüsant vor:
Sagt der Möbelpacker zu seiner Frau: “Du Schatz, ab morgen betreue ich hälftig, und Du übernimmst zur Hälfte meine Arbeit.”
Oh Mann, lies die Kommentare vorher doch auch mal durch! Imion hat behauptet, dass mehr Männer Kinderhüten würden, wenn´s dafür mehr Geld gäbe …
Meine Idee ist jedenfalls nicht, dass männliche Kindergärtnerinnen mehr Gehalt bekommen, als weibliche.
Ich bin selbstverständlich für höhere Gehälter, aber natürlich die gleichen für alle unabhängig vom Geschlecht.
Kindererziehung sollte unserer Gesellschaft grundsätzlich mehr wert sein – mehr Geld und mehr Wertschätzung.
Nun, daß Feministinnen eine Erhöhung der Löhne stets dann fordern, wenn es sich um größtenteils weibliche Klientel handelt, ist ja nun wirklich nichts neues.
Noch nie habe ich von einer Feministin gelesen, die eine Lohnerhöhung für Automechaniker oder Bergarbeiter fordert. Geht´s dagegen um die Kinderbetreuung hört man da immer was.
Natüüüürlich nur im Interesse der Kinder und der Gesellschaft in der wir leben, ja nee, is schon klar.
Natürlich sind Kinder wichtiger als Autos. Willst du das bestreiten?
Und ehrlich: ich hab keine Ahnung, was Automechaniker_innen oder Bergarbeiter (ja, ohne _innen, denn Frauen ist es gesetzlich verboten (!) unter Tage zu arbeiten) so verdienen. Weißt du es?
Natürlich sind Kinder wichtiger als Autos. Willst du das bestreiten?
Das habe ich nicht bestritten. Das bedeutet aber nicht, daß Erzieherinnen Anspruch auf bessere Bezahlung hätten als Automechaniker.
(ja, ohne _innen, denn Frauen ist es gesetzlich verboten (!) unter Tage zu arbeiten) so verdienen. Weißt du es?
Nun, ich weiß, im Gegensazu zu Dir, daß das schon längst nicht mehr gilt:
http://www.bundestag.de/dasparlament/2009/05/WirtschaftFinanzen/23380114.html
Oh, wow! Hab ich doch glatt eine Gesetzesänderung verpasst. So dürfen Frauen jetzt immerhin seit 10 Jahren (!) schon Bergbau studieren und seit – moment … – etwas mehr als einem Jahr unter Tage arbeiten.
Na, dann wunderts mich aber, dass noch immer nicht 50% der Bergleute Frauen sind. So was aber auch!
Derbe Witze, doppelter Ehrgeiz
Ach, die Väter wollen gar nicht ums Vätersein-Willen Väter sein und selbstlos altruistisch aufopfernd für ihre Kinder da sein (so wie es seit jeher und nach wie vor von Müttern verlangt wird), sondern nur wenn sie dafür auch bezahlt werden? [ir]Na sowas aber auch. Egoistisches Pack. Wollen sie für ihr selbstgewähltes Vaterglück auch noch belohnt werden und dem Staat auf der Tasche liegen.[/ir]
Also dass Männer nicht Altenpfleger werden wollen, weils ein beschissen bezahlter Knochenjob ist, leuchtet mir ja noch ein, aber betonen Maskulisten nicht immer, wie sehr sie um ihre Rechte der Väter kämpfen, wie gern sie Väter sein wollen? Und nun doch nur dann, wenn sie dafür auch ordentlich was in die aufgehaltene Hand bekommen? Aber gleichzeitig über Frauen hetzen, die nicht nur für den vergelts Gott-Tarif Kinder hüten wollen.
Mir kommen die Tränen. Angesichts von gut 20! verschiedenen Unterhaltsansprüchen und Vollversorgung während einer Partnerschaft kann von Altruismus ja wohl keinerlei Rede sein.
Irgendjemand muß die Familie finanzieren, ich denke da sind wir uns einig. Solange die wenigsten Frauen dazu bereit sind diese Verantwortung zu übernehmen, muß eben der Staat einspringen. Würden Frauen ihr Berufswahlspektrum erweitern, könnten auch mehr Männer Erziehungsarbeit leisten. Aber um körperlich anstrengende Knochenjobs macht die Pauerfrau von heute ja immer noch einen weiten Bogen. Und daran wird sich auch nichts ändern.
Preisfrage:
Möchte ein Maurer für einige Zeit aus seinem Beruf aussteigen und das Kind betreuen, wer erledigt dann seinen Job, etwa eine Frau? Oder nicht doch ein anderer Mann, dem dann auch die Möglichkeit verbaut ist Kinderbetreuung zu leisten?
Du beklagst Unterhaltsansprüche während einer Partnerschaft? Ist das nicht eine Selbstverständlichkeit, die ganz ohne gesetzliche Ansprüche gilt? Für die oder den Partrner_in da zu sein? Ich finde den Spruch mit den “guten und schlechten Zeiten” da eigentlich nicht verkehrt. Wenn jemand für eine_n Partner_in nicht aufkommen will, sollte sie oder er lieber allein bleiben.
Komisch, das Knochenjobs bei euch Jungens immer so beschränkt auf Müllmann, Bergmann und Möbelpacker sind … seltsame Vorstellung.
Nein, ich beklage Unterhaltsansprüche nach einer Partnerschaft.
Oh, da gibt´s ja noch mehr: Gleisarbeiter, Kanalreiniger, Kesselreiniger, Straßenbauarbeiter, Stahlarbeiter, etc. pp.
In keinem dieser Berufe gibt es eine nennenswerte Anzahl von Frauen, übrigens auch nicht in den ach so “gleichgestellten” skandinavischen Ländern.
Vom penetranten Wiederholen werden diese maskulistischen Lügen nicht wahrer.
Na, dann kannst Du ja sicher mal ´ne Statistik bringen, wie hoch der Anteil der Frauen in den o.g. Berufen ist. Her damit!