Notschlachtung nach 5 Jahren?
Von Gunnar Heinsohn (geb. 1943, Studium der Volks-, Betriebs- und Rechtswissenschaft, Prof. der Sozialpädagogik an der Uni Bremen) hat man ja nun schon seit längerem nichts gehört. Genauer gesagt seit 2003 sein Buch “Söhne und Welt” erschien. In diesem vertritt er die These, dass die Probleme dieser Welt (insbesondere die Probleme mit Krieg und Gewalt) von einem Überschuss junger Männer verursacht werden. Dem sog. “Youth bulge”. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, schreckt er auch vor gewalttätigen Lösungsansätzen nicht zurück: Er geht davon aus, dass Geburtenkontrolle durch rigide Strafen (wie z.B. Hexenverbrennung) möglich ist. Eine Lösung des Bevölkerungsproblems sei nur durch Gewalt zu verwirklichen, dazu müssten die Kinderlosen durch massive Beschränkung der Freizügigkeit zum Hierbleiben gezwungen werden. Diese doch irgendwie – seltsam – anmutenden Ideen wurden einige Zeit lang in den Medien diskutiert.
Nun war es aber doch wieder ruhig geworden um Heinsohn. Diese Ruhe verkraftet der 67jährige aber scheinbar nicht, denn nun hat er wieder mit einem Clash auf sich aufmerksam gemacht.
Auf einem wackeligen Gebäude der demografischen Weissagungen baut er eine menschenverachtende Idee auf: Begrenzung der Hartz IV Zahlungen auf eine maximale Zeit von 5 Jahren (aufs Leben gesehen), weil insbesondere Frauen der Unterschicht Schwangerschaften als Kapital ansehen.
Wie zynisch kann ein Mensch sein?
Was für ein Menschenbild hat dieser “Sozialpädagoge”? Sind Kinder von Wohlhabenden bessere Kinder und mehr “wert”? Menschen aus der Unterschicht sollten wohl nach Heinsohns Vorstellungen entweder nach den 5 Jahren Hartz IV Bezug: a) arbeiten (schwierig bei immer weniger Arbeitsplätzen, deren Einkommen Leben ermöglicht), b) das Land verlassen und woanders Hilfen beantragen falls möglich – wen kümmert´s? oder gar c) zur Notschlachtung gehen?
Gunnar Heinsohn ist ein Volksverhetzer. Ich bin wirklich entsetzt, was (gerade an der Uni Bremen) für höchst suspektes Personal tätig ist. Zu Amendt gesellt sich Heinsohn. Eine unheilige Allianz. Beide schreiben übrigens besonders gern in der Welt als Gastautoren.
Honi soit qui mal y pense …
Links zum Thema:
- Frankfurter Allgemeine faz.net
- Über Gunnar Heinsohn
- Ad Sinistram
- Welt.de: Zwei und nicht mehr
- cicero: Die demografische Kapitulation
- Welt.de: Elterngeld – Fortpflanzungsprämie für Unterschicht
- Welt.de: Wie man mit viel Geld Armut vermehrt
- Telepolis: Das unwerte Hartz IV-Leben
- Heise: Viele Schwangerschaftsabbrüche bei Leistungsempfängerinnen










Ach, DER war das. Irgendwie kam mir der Name bekannt vor, aber wusste nicht mehr, wohin stecken, danke.
der sagt das was sich die FDP nicht zu sagen traut. wir müssen wegkommen von dieser nivellierung nach unten. deswegen für ein BGE und den mindestlohn. und zwar nicht nur aus moralischen sondern auch aus ökonomischen gründen. BGE ist gut für individuelle freiheit und gerechtere löhne. mindestlohn fördert dass arbeitgeber effizienter und produktiver wirtschaften müssen.
RT @Piratenweib: Frisch gebloggt: Notschlachtung nach 5 Jahren? – http://www.piratenweib.de/?p=1173
Was bitte hat Prof. Amendt jetzt mit diesem Typen zu tun? Die sind beide an der gleichen Uni, ja und? An der Uni Bremen sind auch Frauenbeauftragte und Professorinnen für Gender Studies tätig. Stehen die jetzt auch in irgendeiner Verbindung zu Heinsohn?