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Rätselfrage


Gott ist in Dir

“Gott ist in Dir” sprach das Gen.
Der Atheist ließ es unbeachtet stehn.
Er darbt verkümmernd vor sich hin,
weil sein Leben ist ohne religiösen Sinn.

Er spaltet Gott hart in sich ab,
auf Gläubige schaut er herab.
Er liebt den Spott und kalte Häme,
anstatt zu fühlen tiefe Wärme.

Wird Gottes Wort ihn je erreichen
Und sein hartes Herz erweichen?
Leid und Liebe wandeln den Spott.
Sie erwecken in Dir den lebendigen Gott.

Wer hat dieses literarisch wertvolle Gedicht verfasst?

a) Papst Benedikt, Geistlicher
b) Mein ehemaliger Mathematiklehrer, Pädagoge
c) Karl Theodor zu Guttenberg, Politiker
d) Holger Bertrand Flöttmann, Psychotherapeut und Neurologe
e) Herbert Lackner, Journalist

Wie? Die Antwort ist zu schwierig?

Hier eine kleine Hilfestellung. Der Verfasser schrieb und veröffentlichte auch noch den folgenden Erguss:

Zehn Lebensgebote

1. Liebe Gott, die Menschen und die Natur. Sie geben Dir Kraft und Leben.
2. Achte die zehn Gebote.
3. Ehre Mütter, Väter und Kinder.
4. Achte das Institut der Ehe.
5. Zügle Deine Begierden.
6. Widme Dich den Träumen.
7. Wisse um Deine Vergangenheit, arbeite an Deiner Reife.
8. Löse Dich von den Eltern, innen wie außen.
9. Heirate dann, wenn Du treu bist.
10. Die Liebe ist eine Pflicht.

Immer noch keine Ahnung? Na gut, das war wohl zu schwer. Hier die Auflösung: Es ist Holger Bertrand Flöttmann, Psychotherapeut und Neurologe. Der gute Mann ist wahrscheinlich ein klein wenig zu lang ins Traumland gereist, denn seine Äußerungen sind traumatisch.

Steuerlos treiben Menschen durch ihr Leben. Sie kennen ihre Träume nicht. Sie haben keine innere Richtschnur, weil sie Gott verspotten. Sie finden sich aufgeklärt und fortschrittlich, doch sie haben wenig inneren Halt. Wichtige Werte, die ein Volk zusammenhalten, sind unter dem Druck der weltweiten 68iger- und Feministenbewegung abgetaucht. Dementsprechend nehmen Verhaltensauffälligkeiten und psychiatrische Störungen zu.

Und er ist Traumdeuter:

Abendmahl
Das Abendmahl stellt ein wichtiges Gemeinschaftsritual dar. Es steht auch für Sex am Abend.
Vorkommen: sehr selten (8 Träume von 36 000)

Abflußrohr
Das Abflußrohr steht für das männliche Glied oder für das weibliche Becken, das vom Laub befreit wird – von den Folgen des sexuellen Mißbrauchs. Das Abflußrohr ist auch ein Bild der verschlingenden Mutter.
Vorkommen: selten (16 Träume von 36 000)

Abwasch
Abwaschen steht für Sex.
Vorkommen: selten (11 Träume von 36 000)

usw.

Manchmal erinnert die Deutung der Traumsymbole eher an Kaffeesatzleserei. Da hat wohl jede Jahrmarktswahrsagerin bessere Erklärungen parat.

Axt
Die Axt symbolisiert Aggression, sexuelle Macht und Stärke. Die Axt steht zudem für das männliche Glied.
Vorkommen: selten (43 Träume von 36 000)

Backofen
Der Backofen steht für das weibliche Genitale. Im Backofen werden das Baguette, der Fisch, die Katze und andere Nahrungsmittel erwärmt – Ausdruck zunehmender sexueller Erregung. Manchmal brennt das zu Backende an oder verklebt an der Ofenwand: Schuldgefühle beeinträchtigen die Sexualität. Der Backofen ist auch ein Symbol der Wandlung. Im Backofen wird die Hexe, die Große Mutter, verbrannt.
Vorkommen: selten (16 Träume von 36 000)

Wenn man dann liest, dass sich dieser Therapeut auf Angstpatienten spezialisiert hat, wird einem Angst und Bange.

Vertrauen schaffen in die Geschlechtsidentität heißt, daß ich weiß, wo ich als Mann oder als Frau hingehöre. Was meine Aufgaben als Mann sind, welche Aufgaben ich als Frau habe. Vertrauen schaffen in feste Lebensstrukturen, dazu gehört die Gewißheit, daß Mann und Frau unterschiedlich sind. Daß eine Mutter auf Grund ihrer biologischen Andersartigkeit in den ersten drei Jahren ganztags für die Kleinen zuständig ist.

Allerdings ist er immerhin von einiger Selbsterkenntnis geleitet, so dass er schreibt:

In meiner psychiatrisch-psychotherapeutischen Praxis kommt die angstneurotische Erkrankung mit Abstand am häufigsten vor.

Bei der Diagnosestellung spielt der Standpunkt des Untersuchers die wesentliche Rolle. Lehrmeinungen beeinflussen das Untersuchungsergebnis so sehr, daß gleiche Zustandsbilder eine unterschiedliche Diagnose erhalten. Auch bei der Diagnostik und dem Verständnis der Angstsymptomatik ist es möglich, unterschiedliche Ergebnisse zu erzielen, obwohl das zu Untersuchende gleich geblieben ist.

Bei dieser einmaligen Selbsterkenntnis bleibt es dann aber leider auch. Weitere interessante Aussagen dieses “renommierten Wissenschaftlers”:

Die Meisten wissen aber vom Herzen, daß Frau und Mann von Gott unterschiedlich geschaffen wurden, sie sich von Natur her ergänzen. Wer das nicht wahrhaben will, ist bereits verführt oder er projiziert. Mit dem verquasten Anglizismus “Gender Mainstreaming” findet erneut ein Menschenexperiment statt, das tief gegen die Natur des Menschen verstößt. Hierzu gehören die Einrichtung von Kinderkrippen und die Abschaffung des Männlichen im Mann. Doch Kinderseelen rufen nach ihrer Mutter, die Zeit für sie hat, die ihnen persönlich Wärme, Liebe, Sprache und Zuwendung gibt. Davon sprechen später ihre Träume und zahlreiche Symptome. Söhne brauchen aber einen Vater, der seinem Kind Grenzen setzt, mit ihm was unternimmt, der Nein sagt und an dem es sich reiben kann. So kann der Sohn sich mit dem Männlichen positiv identifizieren.

Das Männliche ist in seinen äußeren Strukturen verschwunden, der moderne Mann ist verweichlicht, verweiblicht, er spielt am Rechner, er heiratet kaum noch, er zeugt kaum noch Kinder, er hat die männliche Orientierung verloren.

Schon im Kindergarten werden Jungen oft ohne Grenzen zum Verstehen, Entschuldigen und zum Gutsein erzogen. Sie versagen im Gründen einer Familie. Sie wagen es nicht mehr, Frauen anzumachen, sie ohne Suff und Drogen zu verführen. Auch durch übermäßige Mutterbindung – aufgewachsen ohne väterliches, männliches Vorbild – stümpern sie als Mann. So erlebe ich es täglich in meiner Praxis, die gefüllt ist mit männlichen Verlierern, die sich als Mann nicht lieben können und dürfen, da sie keine Männer zu Hause und in der Schule erlebt haben und keine oder zuviel Liebe und zuwenig Grenzen erfahren haben.

Ist es denn zu  fassen? Der Mann spielt am Rechner und zeugt kaum noch Kinder? Jungs werden im Kindergarten zu Verstehen (=Verständnis für andere), Entschuldigen (=Einsehen eigener Fehler und Rücksichtnahme auf andere) und Gutsein (=nicht schlecht sein, gewaltfrei sein) erzogen. Und weil sie dann so rücksichts- und verständnisvoll gewaltfrei sind, sind sie nicht mehr in der Lage “Frauen anzumachen”? Diese Formulierung stammt in der Tat exakt so von Flöttmann. Ganz schön heftig. Das heißt im Umkehrschluss: Nur ein Mann, der rücksichtslos, gewalttätig und egoistisch ist, kann “Frauen anmachen”, spielt nicht am Rechner und zeugt jede Menge Kinder. Hahaha.

Es kommt aber noch schlimmer …

Was den Kindern von früh an fehlt, ist männliche Struktur und Autorität. Diese gebietet der Infantilität, der Bindung der Jugendlichen an die verschlingende Große Mutter, der Verwahrlosung Einhalt. Das Männliche setzt Struktur, Grenzen, Gebote, gibt männliche Vorbilder. Das Versinken im mütterlichen Sumpf, im elterlichen Nebel, im Dauerfeiern, im Dauerrausch des Trinkens, der Aggressivität, des Geldausgebens, eben des Strukturlosen gilt es zu beenden. Nein-Sagen und Grenzen-Setzen sind hierbei ebenso eine Hilfe wie autoritäres und verständnisvolles Vorbild-Sein. Auch der feste Glaube an Gott baut uns hierbei auf.

Ich frage mich wirklich, aus welchem Jahrhundert stammt dieser Text? Ist er aus Zeiten matriafokaler Stämme? Ist er aus dem 18. Jahrhundert? Ist er gar aus dem braunen Sumpf der Nazizeit? Aber das Buch ist erst 2006 erschienen. Um so schlimmer.

Der Mann verbindet das, was eine Mutter ihrem Kind vermittelt mit Dauerfeiern, Trunksucht, Aggressivität und Geldausgeben??? Im Dauerfeiern sind meines Wissens die Jugendlichen selbst die Weltmeister, nicht Mütter und auch nicht Väter. Trunksucht träfe im Schnitt eher auf Männer zu: 70% der Alkoholiker sind Männer, nur 30% weiblich. Aggressivität? Ebenfalls eine eher dem männlichen Geschlecht zugeordnete Eigenschaft:

(…) Eine andere Erklärung ist, dass Aggressivität als Verhaltensmuster erlernt wird. Jungen wird eine gewisse Aggressivität in der Kindheit eher verziehen als Mädchen, die sofort als „untypisch“ und „hyperaktiv“ eingestuft werden.

Quelle: Teenager-Ratgeber.

Also werden aggressive Jungs von Therapeuten wie Flöttmann erst gemacht, obwohl sie es nicht sein müssten – denn: Testosteron ist kein Schicksal.

Theorien aus Absurdistan? Nein, leider aus Deutschland. Das Institut, für welches Flöttmann anschaffen geht, trägt den Namen des Psychiaters und Internisten Wilhelm Griesinger. Dieser gilt als einer der Mitbegründer der naturwissenschaftlichen Psychiatrie. Eine seiner damals (1817 – 1868) umstrittenen Thesen besagt, dass psychische Krankheiten Erkrankungen des Gehirns darstellen. Außerdem lehnte er Gewaltanwendung gegenüber psychsisch Kranken ab. Griesinger würde sich vermutlich im Grabe herumdrehen, wenn er von der Namensgebung dieses “Institutes” wüsste.

Steuerrecht des Lebens, H.B. Flöttmann, 2006, Novum Verlag

Es ist nicht verwunderlich, dass die Gesellschaft für Angstforschung in ihrer langen Liste mit Ansprechpartnern für Patienten mit Angsterkrankungen das Institut des Herrn Flöttmann nicht erwähnt.

Noch mehr Abstrusitäten gibt´s hier zu lesen (ich mag nicht mehr zitieren):

Frauenidentität und Kinderwunsch Habt Spaß damit!

7 comments to Rätselfrage

  • Crasher

    Ich habe noch nie an Gott geglaubt…
    Bin ich jetzt nicht mehr zu retten ? :(
    :D

    Das ist Realsatire…

  • Crasher

    Das war ja nur Ironie. Denn laut diesem Psychologen ist man ja nicht mehr zu retten wenn man nicht an Gott glaubt.
    Und genießen werde ich es auf jeden Fall :)

  • Bruno

    Ist es denn zu fassen? Der Mann spielt am Rechner und zeugt kaum noch Kinder? Jungs werden im Kindergarten zu Verstehen (=Verständnis für andere), Entschuldigen (=Einsehen eigener Fehler und Rücksichtnahme auf andere) und Gutsein (=nicht schlecht sein, gewaltfrei sein) erzogen. Und weil sie dann so rücksichts- und verständnisvoll gewaltfrei sind, sind sie nicht mehr in der Lage “Frauen anzumachen”? Diese Formulierung stammt in der Tat exakt so von Flöttmann. Ganz schön heftig. Das heißt im Umkehrschluss: Nur ein Mann, der rücksichtslos, gewalttätig und egoistisch ist, kann “Frauen anmachen”, spielt nicht am Rechner und zeugt jede Menge Kinder. Hahaha.

    Quark. Von “gewalttätig” stand da schon mal gar nix.
    Das Männer heute verweichlicht sind, wird doch oft gerade von Frauen beklagt. Dumm gelaufen für die Frauen, die eher auf Männer mit Durchsetzungsvermögen, Aktivität und Bereitschaft zur Vaterschaft stehen.
    Bedanken dürfen sie sich bei den IdeologInnen, die Männer verändern wollen. Gratulation zum Phyrrussieg. Und mal ehrlich: Warum sollte ein junger Mann heute mit einer jungen Frau anbandeln? Was hat er davon? Er wählt eben, wie Sophisticus, den PC für den Orgasmus. Das ist preiswerter, nervenschonender und schneller. Und was die Familiengründung betrifft: Davon nehmen junge Männer heute immer mehr Abstand. Vaterschaft ist heute behaftet mit Rechtslosigkeit, Zeitweiligkeit und Unterhalts-Abzocke. Warum sollte Mann sich das antun?

    • Piratenweib

      Von “gewalttätig” stand da schon mal gar nix.

      Rücksichtslosigkeit, Unverständnis und “Schlechtsein” führen zu Gewalttätigkeit. Studien dazu kannst du selbst googeln, oder bist du ein alter Mann?

      Und was die Familiengründung betrifft: Davon nehmen junge Männer heute immer mehr Abstand. Vaterschaft ist heute behaftet mit Rechtslosigkeit, Zeitweiligkeit und Unterhalts-Abzocke. Warum sollte Mann sich das antun?

      Vaterschaft war schon immer mit Verantwortung auch finanzieller Art gekoppelt. Aber ich habe nichts dagegen, wenn sich vielen Menschen nicht mehr fortpflanzen. Ich sehe darin keinen Nachteil. Die Menschen, die Kinder haben wollen, werden auch weiterhin welche haben. Auch junge Männer.

  • @ Bruno
    Du schreibst: Das Männer heute verweichlicht sind, wird doch oft gerade von Frauen beklagt. Dumm gelaufen für die Frauen, die eher auf Männer mit Durchsetzungsvermögen, Aktivität und Bereitschaft zur Vaterschaft stehen.

    Als erstes sollten wir vielleicht mal den Begriff “verweichlicht” definieren. Du meinst offensichtlich “weibisch oder weiblich” damit und stellst das damit in einen negativen Kontext – Männer, die weiblich sind, bloss das nicht !

    Ich persönlich kenne nur Frauen, die sich einen Partner mit Durchsetzungsvermögen, Aktivität und Attraktivität wünschen. Für mich sind das KEINE rein männlichen Attribute.

    Gruß, Trip

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