Sexism reloaded – saure Gurke des Tages

So, der Blogumzug ist jetzt erstmal gegessen. Es fehlen noch etliche Bilder aus alten Beiträgen, aber die werde ich mal nachladen, wenn die Zeit dafür ist.

Soweit dazu. :-)

Die saure Gurke des Tages verleihe ich hiermit an “Ferrero”, die sich mit ihrer Erfindung des “Mädchen-Eies” diesen Preis zu Recht verdient haben. Der Hersteller des klassischen “Überraschungseies”, Schokolade mit einer kleinen Spielerei, sind der Meinung, Mädchen haben heutzutage vielfältige Interessen, denen offenbar der Inhalt der klassischen Überraschungseier nicht gerecht wird. Kleine Frage am Rande: Warum wurden dann die Inhalte der Eier nicht einfach um die ach so wichtigen, förderlichen Mädchen-Gimmicks ergänzt? Warum musste ein rosa Ei mit Blümchen her, welches “Blumen-Ringe oder bunte Armbänder mit Tiermotiven – das Basissortiment des Mädchen-Eies hält genauso klassische „Mädchensachen“ bereit (hält), wie auch aktivierende Spielzeuge zum Werfen, Spielen und Malen, Puzzeln und Basteln. Genau die Vielfalt also, die sich die Mädchen von heute wünschen. Und genau die Bandbreite, die Mädchen mädchengerecht anspricht und deren Individualität fördert.”
Offenbar brauchen die Jungs, welche das klassische Ei kaufen (oder gekauft bekommen) weder aktivierende Spielzeuge, noch Spielzeuge, die die Individualität fördern.

Als erster Mädchen-Gimmick sollen die “Winx-Feen” enthalten sein, laut Ferrero “sind die sechs Heldinnen echte kleine Persönlichkeiten, die ihre individuellen Fähigkeiten im Teamwork einsetzen – und somit alle Abenteuer heldenhaft meistern.” Schaut man auf der Internetseite von Winx nur mal nach der Optik der sechs individuellen Persönlichkeiten, so findet man 6 identische Püppchengesichter, die sich lediglich marginal in Haut- und Haarfarbe unterscheiden und mit entsetzlich verzerrten Körperproportionen aufwarten. Kaum die passenden Vorbilder zur Persönlichkeitsentwicklung von Mädchen.

Ich kann nur hoffen, dass viele Eltern (Großeltern, Erziehungsverantwortliche etc.) sich mit dem von Ferrero transportierten Mädchen- und Jungenbild nicht indentifizieren wollen und können und fortan sowohl das “Mädchen-Ei” als auch das klassische “Überraschungsei” boykottieren.

6 Comments

  1. TT 15. August 2012 14:43 Antworten

    Cool geschrieben :)
    jetzt weiß ich die ganzen Ü-Ei-Tweets besser zu deuten^^

  2. EiEiEi 15. August 2012 14:50 Antworten

    Schön, dass es noch intelligente Menschen wie dich gibt, die sich um die wirklich wichtigen Dinge sorgen. Und schön auch, dass du uns darauf hinweist.

    Barbie-Puppen zum Beispiel waren mir ja auch schon lange ein Dorn im Auge. Man muss sich ja nur angucken, was für Frauen aus den damaligen Barbie-Puppen-Spielerinnen heute geworden sind.

    Und niedliche Kleidchen für Mädchen gehen auch überhaupt nicht. Wenn schon kleiden, dann doch bitte unisex.

    Jetzt habe ich den Mut gefunden, aufzustehen und mich gegen diesen offensichtlichen Sexismus in der Welt zur Wehr zu setzen. Danke! DANKE DAFÜR!

    • Piratenweib 17. August 2012 10:44 Antworten

      Manche Kommentare sprechen einfach für sich selbst …

      • schiffbaur 28. August 2012 13:47 Antworten

        …wie spricht das Piratenweib: “Manche Kommentare sprechen einfach für sich selbst.” Ja, sowas aber auch – für wen, wenn nicht für sich selbst, sollten Kommentare denn sprechen? Ansonsten: natürlich hat EiEiEi (seltsame Bezeichnung) recht. Der tranigen Humor- und Distanzlosigkeit feministischer und aller sonstiger Ideologen kann nur mit Ironie begegnet werden. F.B.

        http://www.fbaur.de

        • Piratenweib 28. August 2012 23:03 Antworten

          Interessant, was ein Stadtrat von Münster, seines Zeichens auch noch stellvertretender Fraktionsvorstand der SPD ebendort und zusätzlich Jurist, so alles vom Stapel lässt.
          Die SPD tut mir echt leid – wer solche Mitglieder hat, braucht keine Feinde mehr.

          … übrigens … hübsche Selbstbeweihräucherungshomepage haben Sie da.

          • schiffbaur 30. August 2012 15:57 Antworten

            …gebe Ihnen völlig recht – oder vielmehr: ergebe mich intellektueller Übermacht! F.B.

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