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	<title>Piratenweib - Frei wie Anne Bonny &#187; Arbeit</title>
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		<title>Vaterlose Gesellschaft! Oder?</title>
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		<pubDate>Wed, 18 May 2011 10:35:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Piratenweib</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gender & Feminismus]]></category>
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		<description><![CDATA["Vaterlose Gesellschaft". Dieses Schlagwort habe ich gerade wieder in einem Youtube Video geh&#246;rt und es nervt mich! Die Frage ist meiner Meinung nach nicht, ob es die vaterlose Gesellschaft gibt - ich bin davon &#252;berzeugt, dass wir in einer (immer noch) vaterlosen Gesellschaft leben. Aber: Ist das eine neue Erscheinung unserer Zeit? Ist die ... <span style="color:#777"> . . . Weiterlesen: <a href="http://www.piratenweib.de/vaterlose-gesellschaft-oder">Vaterlose Gesellschaft! Oder?</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton2166" class="tw_button" style="float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.piratenweib.de%2Fvaterlose-gesellschaft-oder&amp;text=Vaterlose%20Gesellschaft%21%20Oder%3F&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.piratenweib.de%2Fvaterlose-gesellschaft-oder" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.piratenweib.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>&#8220;Vaterlose Gesellschaft&#8221;. Dieses Schlagwort habe ich gerade wieder in einem Youtube Video geh&ouml;rt und es nervt mich! Die Frage ist meiner Meinung nach nicht, ob es die vaterlose Gesellschaft gibt &#8211; ich bin davon &uuml;berzeugt, dass wir in einer (immer noch) vaterlosen Gesellschaft leben. Aber: Ist das eine neue Erscheinung unserer Zeit? Ist die vaterlose Gesellschaft ein Produkt der Frauenbewegung bzw. des Feminismus? Und warum argumentieren gerade Konservative damit, die sich doch eigentlich f&uuml;r den Erhalt tradierter Strukturen &#8211; welche die Abwesenheit des Vaters aus dem Erziehungsalltag beinhalten &#8211; einsetzen?</p>
<p>Da m&uuml;ssen wir wohl etwas in die Geschichte einsteigen. Ein paar Beispiele:<span id="more-2166"></span></p>
<p><strong>R&ouml;misches Reich</strong></p>
<p>Der Mann als &#8220;pater familias&#8221; hatte die oberste Entscheidungsgewalt &uuml;ber seine Familienangeh&ouml;rigen<strong>. Auf Grund der langen Abwesenheitszeiten der M&auml;nner (f&uuml;r Kriegsf&uuml;hrung) waren die Frauen regelm&auml;&szlig;ig als Haushaltsverwalter gefordert. </strong>Und die Verwaltung des Haushalts umfasst nicht nur K&uuml;che und Kinder, sondern auch Organisation und Fortf&uuml;hrung des Familiengesch&auml;fts. Aber Frauen waren keine eigenst&auml;ndigen Rechtspersonen, sondern mussten f&uuml;r die Aus&uuml;bung von Rechtsgesch&auml;ften die Erlaubnis ihres Mannes haben. Die Erziehung der j&uuml;ngeren Kinder (bis ca. 7 Jahre) obliegt allein der Mutter, erst danach tritt der &#8220;pater familias&#8221; als Erziehungsperson / Vater in Erscheinung.<br />
 (Quelle:&nbsp;<a href="http://www.lerntippsammlung.de/Die-Kinder-im-alten-Rom.html">http://www.lerntippsammlung.de/Die-Kinder-im-alten-Rom.html</a>&nbsp;und andere Texte)&nbsp;</p>
<p><strong>Mittelalter</strong></p>
<p>Die Menschen im Mittelalter heirateten sehr jung und hatten viele Kinder, die jedoch h&auml;ufig schon in zartem Alter starben. Unbestrittene Familienh&auml;upter waren die M&auml;nner, w&auml;hrend die Frauen nur sehr wenige Rechte besa&szlig;en.<br />
 Der Ernst des Lebens begann f&uuml;r die Kinder im Mittelalter wesentlich fr&uuml;her als heute. W&auml;hrend der ersten sechs Lebensjahre konnten die meisten Kinder ihren Vergn&uuml;gungen nachgehen, besondere Pflichten hatten sie nicht zu erf&uuml;llen. Mit dem siebten Lebensjahr endete jedoch f&uuml;r fast alle diese unbeschwerte Zeit, Bauernm&auml;dchen lernten weben, spinnen und kochen, und ihre Br&uuml;der halfen bei der schweren Feldarbeit, h&uuml;teten Vieh und versorgten die Tiere im Stall.<strong> W&auml;hrend Bauernkinder weiterhin in der Obhut ihrer Eltern blieben, verlie&szlig;en viele Kinder von Adligen mit sieben Jahren das Elternhaus. Zahlreiche Adlige schickten ihre Kinder in ein Kloster.</strong> Dort besuchten sie die Schule, um sich auf ein geistliches oder weltliches Amt vorzubereiten.<br />
 (Quelle: <a href="http://www.mittelalterstadt-hainburg.at/geschichte.htm#Familie" target="_blank">http://www.mittelalterstadt-hainburg.at/geschichte.htm#Familie</a>,&nbsp;<a href="http://www.sbg.ac.at/ges/people/janotta/sim/kindheit.html#54">http://www.sbg.ac.at/ges/people/janotta/sim/kindheit.html#54</a>)&nbsp;<br />
 Die <strong>Kinder adeliger Familien wurden oft bis zum ca. 2. Lebensjahr einer Amme &uuml;bergeben</strong>.&nbsp;</p>
<p><strong>Allgemein lebten die Kinder der h&ouml;heren Schichten mehr mit den Bediensteten als mit ihren Eltern zusammen</strong>, w&auml;hrend sie in den unteren Schichten schon fr&uuml;h zu harter Arbeit herangezogen wurden, um die Familie ern&auml;hren zu helfen.&nbsp;<br />
 (Quelle:&nbsp;<a href="http://arbeitsblaetter.stangl-taller.at/ERZIEHUNG/Historie-Erziehung.shtml" target="_blank">Stangl-Taller</a>)</p>
<p><strong>Britische Geschichte 1640-1660</strong></p>
<p>Die rechtliche Stellung der Frau war problematisch: als Kind mu&szlig;te sie ihrem Vater gehorchen (wie auch die S&ouml;hne), mit der Heirat verlor sie ihre Rechtsidentit&auml;t und wurde zur feme covert, d.h. sie wurde rechtlich durch ihren Mann vertreten. Unverheiratete Frauen galten als noch zu verheiratende und bildeten im &uuml;brigen eine relativ kleine Gruppe. Durch den B&uuml;rgerkrieg wurde dieses System allerdings schwer ersch&uuml;ttert: weil viele M&auml;nner au&szlig;erhalb ihrer Grafschaft k&auml;mpften, mu&szlig;ten die Frauen selbst Verantwortung &uuml;bernehmen und die Arbeit der M&auml;nner erledigen.&nbsp;<br />
 (Quelle: <a href="http://janeden.net/64-frauen-und-familienleben-zwischen-1640-und-1660" target="_blank">http://janeden.net/64-frauen-und-familienleben-zwischen-1640-und-1660</a>)</p>
<p><strong>Vor der industriellen Revolution</strong></p>
<p>Die Vaterrolle war in unserer Kultur sehr stark durch die j&uuml;disch-christliche Tradition gepr&auml;gt, besonders durch die Vorstellung von Gott als dem strafenden und &uuml;ber seine Kinder erz&uuml;rnten Vater.<strong> In den Beschreibungen des vorigen Jahrhunderts finden wir den Vater dargestellt als tyrannisches Familienoberhaupt, distanziert, mit wenig emotionaler Beziehung zu seinen eigenen Kindern.</strong></p>
<p><strong>Infolge sich wandelnder Arbeitsverh&auml;ltnisse war der Vater l&auml;nger von zu Hause abwesend</strong>, und die Kinder konnten sich nur selten eine Vorstellung von seiner Arbeit machen; diese Distanz bestimmte auch die Beziehung zwischen Vater und Kindern. Das hat sich erst in den letzten Jahren ge&auml;ndert &#8211; offenbar wenden sich die V&auml;ter jetzt eher den Kleinkindern zu.<br />
 (Quelle:&nbsp;<a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14317157.html">http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14317157.html</a>)</p>
<p><strong>19. bis 20. Jahrhundert</strong></p>
<p>Die Vaterrolle wechselt zwischen<strong> &#8220;Ern&auml;hrer der Familie&#8221;, d.h. einen Gro&szlig;teil des Tages abwesend</strong> hin zu &#8220;gezielter F&ouml;rderung der Kinder durch den Vater&#8221;, d.h. kleine Zeiteinheiten zum Spielen und Lernen abseits von allt&auml;glichen Pflegeleistungen werden zur v&auml;terlichen Aufgabe -<strong> der Vater ist dennoch gro&szlig;teils abwesend, widmet seinen Kindern aber gezielt Zeit</strong>. In Zeiten der wirtschaftlichen Depression findet wiederum der Wechsel zum &#8220;Ern&auml;hrer&#8221; statt.&nbsp;<br />
 (Quelle:&nbsp;<a href="http://www.welt.de/print-wams/article139473/Vaterrolle_im_Wandel_der_Zeiten.html">http://www.welt.de/print-wams/article139473/Vaterrolle_im_Wandel_der_Zeiten.html</a>,&nbsp;<a href="http://www.oif.ac.at/service/zeitschrift_beziehungsweise/detail/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=204&amp;cHash=29003d5dc99c3728f49531e170500b2f">http://www.oif.ac.at/service/zeitschrift_beziehungsweise/detail/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=204&amp;cHash=29003d5dc99c3728f49531e170500b2f</a>,&nbsp;<a href="http://www.paradisi.de/Freizeit_und_Erholung/Gesellschaft/Kindheit/Artikel/14598.php">http://www.paradisi.de/Freizeit_und_Erholung/Gesellschaft/Kindheit/Artikel/14598.php</a>&nbsp;u.a.)</p>
<p><strong>Kriegsende 1945</strong></p>
<p><strong>Viele Kinder hatten ihren Vater bis auf einige kurze Fronturlaube gar&nbsp;nicht kennen gelernt.</strong> (&#8230;)</p>
<p>Umgekehrt hatten viele Frauen schon w&auml;hrend der Kriegsjahre die von der Nazi-Propaganda vorgegebene&nbsp;Rolle der Hausfrau und Mutter verlassen und waren der Not gehorchend in der R&uuml;stungsindustrie oder im Gesch&auml;ftsleben besch&auml;ftigt.&nbsp;</p>
<p>(Quelle:&nbsp;<a href="http://www.br-online.de/bayern/einst-und-jetzt/kriegsende-in-bayern-1945-DID1188598133/kriegsende-vaterlos-truemmerfrauen-ID661188598120.xml?_requestid=14513">http://www.br-online.de/bayern/einst-und-jetzt/kriegsende-in-bayern-1945-DID1188598133/kriegsende-vaterlos-truemmerfrauen-ID661188598120.xml?_requestid=14513</a>)</p>
<p>&nbsp;</p>
<hr />&nbsp;
<p>Das sind jetzt nur einige wenige Beispiele f&uuml;r die Abwesenheit der V&auml;ter in fr&uuml;heren Zeiten. Ich habe den Eindruck, dass wir heute viel mehr Beteiligung von V&auml;tern an der Erziehungsarbeit haben, als dies jemals bisher in der Geschichte der Fall war. Dies l&auml;sst sich sicherlich noch an zahllosen weiteren Beispielen nachweisen. Eine Websuche ergibt hier unz&auml;hlige Ergebenisse.</p>
<p>Warum wird aber heute so viel von &#8220;vaterloser Gesellschaft&#8221; gesprochen? Das wird doch kaum auf Herrn<a href="http://www.scribd.com/doc/15960670/M-Matussek-Die-Vaterlose-Gesellschaft" target="_blank"> Matusseks B&uuml;chlein</a> zur&uuml;ck zu f&uuml;hren sein? Oder ist hier Alexander Mitscherlich der Urheber (Buch:<a href="http://www.single-generation.de/kohorten/vor_68er/alexander_mitscherlich.htm" target="_blank"> Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft</a>)? Oder ist es der Wunsch, dem Feminismus &#8220;eins auszuwischen&#8221; und ihm die Schuld an etwas zuzuschieben, dass letztlich heute gar nicht existiert? In den g&auml;ngigen &ouml;ffentlichen Diskussionen wird stets der Eindruck vermittelt, die &#8220;vaterlose Gesellschaft&#8221; sei eine Erscheinung der letzten 40 Jahre, was sich nun geschichtlich eben in keiner Weise belegen l&auml;sst &#8211; im Gegenteil.</p>
<p>Und wird denn unter einer &#8220;vaterlosen Gesellschaft&#8221; verstanden? Ist es die Abwesenheit des Vaters in Erziehungszusammenh&auml;ngen oder wird doch eher die Abwesenheit des &#8220;pater familas&#8221; in altr&ouml;mischer Manier gemeint? Die Abwesenheit der sog. m&auml;nnlichen Verhaltensweisen als da immer noch gelten: Dominanz, Herrschaftsanspruch, Familienversorger, Aggression, Teilhaber an der Welt (im Gegensatz zur Frau als Teilhaberin des Hauses)? Die Abwesenheit des Vaters in Erziehungszusammenh&auml;ngen lie&szlig;e sich durch einfache politische Ma&szlig;nahmen (parit&auml;tische Elternzeit, Vaterschaftsurlaub, freie Tage bei Krankheit des Kindes etc.pp.) &nbsp;sehr einfach beeinflussen. Dies passiert aber nicht. Stattdessen wird dar&uuml;ber lamentiert, dass den Kindern heute &#8220;m&auml;nnliche Einfl&uuml;sse und Vorbilder&#8221; fehlen und allein deshalb die Kinder orientierungslos dahin d&uuml;mpeln, ihre Rolle in der Gesellschaft nicht finden k&ouml;nnen, die Jugendkriminalit&auml;t in unermessliche H&ouml;hen ansteigt, Jungs lieber den Freitod w&auml;hlen etc. Dies sind die Vorw&uuml;rfe einer konservativen Gesellschaft, die noch immer gegen Ver&auml;nderungen ank&auml;mpft, und zwar mit ganz harten Bandagen, indem sie unsere Kinder mit hinein ziehen.</p>
<p>Ich werfe V&auml;tern vor: Ihr k&uuml;mmert euch nicht genug um eure Kinder! Ihr gebt euren Arbeitgebern nicht genug contra, wenn ihr Familienzeit in Anspruch nehmen wollt, ihr bem&uuml;ht euch nicht genug, f&uuml;r au&szlig;erh&auml;usliche Kinderbetreuung zu sorgen, ihr wollt oftmals mit den gezeugten Kindern nichts zu tun haben. Ihr &uuml;berlasst oftmal gern den Frauen den Part der Kinderversorgung.&nbsp;</p>
<p>Ich werfe M&uuml;ttern vor: Ihr k&uuml;mmert euch nicht genug um eure Kinder! Ihr nehmt Elternzeiten in Anspruch, ohne f&uuml;r die parit&auml;tische Aufteilung einzutreten. Ihr lasst euch h&auml;ufig gern versorgen und verlasst euch darauf, und seid damit oft genug verlassen. Ihr wollt oftmals ein unbeabsichtigt gezeugtes Kind nicht, und bekommt es dennoch und lasst es danach b&uuml;&szlig;en.&nbsp;</p>
<p>Ich werfe der Gesellschaft vor: Ihr interessiert euch nicht f&uuml;r unsere Kinder! Ihr versteht nicht, dass alle Kinder unsere Zukunft sind, dass alle Kinder ein Recht auf Erw&uuml;nschtsein und Geliebtwerden haben, egal welche Personen diese Pflichten &uuml;bernehmen. Ihr versteht nicht, dass Kinderhaben kein Recht ist, sondern eine Verpflichtung. Ihr &uuml;berlasst Eltern allein die Verantwortung. Ihr verschlie&szlig;t die Augen vor Problemen und Gewalt an Kindern. Ihr wollt nichts h&ouml;ren, nichts sehen, nichts sagen. Ihr wollt eure konservativen Vorstellungen nicht ver&auml;ndern m&uuml;ssen, weil es bequem ist, so wie es ist. Dass es Kinder schlecht ging und geht, ist Schuld der Gesellschaft, d.h. unser aller Schuld. Nicht allein Eltern tragen Verantwortung f&uuml;r Kinder, sondern wir alle stehen in der Verantwortung f&uuml;r alle Kinder.</p>
<div class="shr-publisher-2166"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><div class='shareaholic-like-buttonset' style='float:none;height:30px;'><a class='shareaholic-fblike' data-shr_layout='standard' data-shr_showfaces='false' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.piratenweib.de%2Fvaterlose-gesellschaft-oder' data-shr_title='Vaterlose+Gesellschaft%21+Oder%3F'></a></div><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Alles nur geklaut? Creative Commons &amp; Fair Play</title>
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		<pubDate>Sun, 24 Oct 2010 14:24:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Piratenweib</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Heinrich Heine: "Möge auch einmal die Stunde schlagen, wo das geistige Eigentum des Schriftstellers ebenso ernsthaft anerkannt werde wie das baumwollene Eigentum des Nachtmützenfabrikanten." (Quelle: Wikipedia.de, Urheber_in: Cfaerber, Lizenz: Creative Commons) "Geistiges Eigentum" ist durch das Urheberrecht in Deutschland (und vielen anderen Ländern) geschützt. Was aber ist dieses "geistige Eigentum" eigentlich? Warum sind ... <span style="color:#777"> . . . Weiterlesen: <a href="http://www.piratenweib.de/alles-nur-geklaut-creative-commons-fair-play">Alles nur geklaut? Creative Commons &#038; Fair Play</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton1975" class="tw_button" style="float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.piratenweib.de%2Falles-nur-geklaut-creative-commons-fair-play&amp;text=Alles%20nur%20geklaut%3F%20Creative%20Commons%20%26%23038%3B%20Fair%20Play&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.piratenweib.de%2Falles-nur-geklaut-creative-commons-fair-play" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.piratenweib.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p><strong>Heinrich Heine</strong>: <em>&#8220;Möge auch  einmal die Stunde schlagen, wo das geistige Eigentum des Schriftstellers  ebenso ernsthaft anerkannt werde wie das baumwollene Eigentum des  Nachtmützenfabrikanten.&#8221;<br />
</em></p>
<hr /><span id="more-1975"></span><br />
<a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Geistiges_Eigentum_und_Wettbewerbsrecht.png&amp;filetimestamp=20050807171244"><img class="size-full wp-image-1990 alignnone" title="800px-Geistiges_Eigentum_und_Wettbewerbsrecht" src="http://www.piratenweib.de/wp-content/uploads/2010/10/800px-Geistiges_Eigentum_und_Wettbewerbsrecht.png" alt="" width="100%" /></a></p>
<p><em>(Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Geistiges_Eigentum_und_Wettbewerbsrecht.png&amp;filetimestamp=20050807171244" target="_blank">Wikipedia.de</a>, Urheber_in: <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/User:3247" target="_blank">Cfaerber</a>, Lizenz: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de" target="_blank">Creative Commons</a>)</em></p>
<p>&#8220;Geistiges Eigentum&#8221; ist durch das Urheberrecht in Deutschland (und vielen anderen Ländern) geschützt. <strong>Was aber ist dieses &#8220;geistige Eigentum&#8221; eigentlich?</strong> Warum sind Kreativwerke wie Romane, Gedichte, Sachbücher, Musik oder  Gemälde geschützt, nicht aber die Ideen, die einem solchen Werk zugrunde  liegen?</p>
<p>Der Grund, warum der Schutz dieses &#8220;geistigen Eigentums&#8221; so spät einsetzt, liegt wohl bei der <strong>Bestimmung des Schöpfungszeitpunktes</strong>. Mit einer Idee kann ein Mensch schon lange schwanger gegangen sein, ohne sie in ein Werk umzusetzen. Sobald aber aus der Idee ein Werk enstanden ist, kann der Schöpfungszeitpunkt des Werkes bestimmt werden &#8211; er ergibt sich oft aus der Veröffentlichung eines Werkes, oder auch durch eine Hinterlegung beim Notar. Dies kann in strittigen Fällen helfen, zu bestimmen, wer tatsächlich die/der erste Urheber_in eines Werkes ist. Bei einer Idee &#8211; die mein Gehirn, meine Gedankenwelt &#8211; nicht verlassen hat, ist ein solcher Beweis nicht möglich. Wer hat nicht schon einmal gedacht: &#8220;Das habe ich auch schon mal gedacht, diese Idee hatte ich bereits vor Jahren etc.&#8221;. So etwas passiert ständig, ist aber nicht als Grundlage für rechtliche Regelungen relevant, da dazu immer eine Beweisbarkeit gegeben sein muss. Was für Ideen als nichtstoffliche Gedankenkonstrukte nun einmal nicht gilt</p>
<p>Warum ist es aber nun wichtig, als Urheber_in eines Werkes zu gelten? Viele Werke sind doch das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wurden.  :angel:</p>
<p>Warum also auf diesem Recht bestehen? Nun, ganz unabhängig von der (vermeintlichen und auch relativen) Qualität eines Werkes, ist es immerhin möglich, dass es sich um ein verwertbares Werk handelt. Das bedeutet, das es u.U. der/dem Urheber_in Geld ins Portemonnaie spülen kann. Ein Mensch, die/der rein kreativ arbeitet, also nichts außer &#8220;Werken&#8221; produziert, sollte &#8211; nach unseren marktwirtschaftlichen Vorgaben &#8211; <a href="http://jungle-world.com/artikel/2009/27/35375.html" target="_blank">in der Lage sein, von ihrer/seiner Arbeit zu leben</a>. Den Gesichtspunkt der Arbeit an sich und deren Definition in unserer neoliberalen Wirtschaftswelt, lasse ich hier bewusst außen vor. Ich stimme mit der aktuellen Definition nicht überein, muss aber dennoch zur Zeit akzeptieren, dass es so ist. Auch wenn ich es gern ändern würde.</p>
<p>Wir halten also fest: Es gibt<a href="http://cronenburg.blogspot.com/2009/08/abschied-vom-billigheimer.html" target="_blank"> Menschen, die von ihrer kreativen Schöfpungsarbeit leben</a> (möchten) und zwar mit Recht, so wie jede_r von ihrer/seiner Arbeit existieren können möchte. Das entspricht dem, was in unserer Gesellschaft gefordert wird. Und das wollen sie auch dann &#8211; zu Recht  &#8211; wenn gilt, dass digitale   Güter nicht knapp sind. Ich denke nicht, dass das Urheberrecht in einer   Knappheit der geistigen Güter begründet ist. Natürlich sind beliebig oft kopierbare digitale Werke niemals knapp. Wer aber behauptet, dass nur <a href="http://www.keimform.de/2010/deutsche-bank-ankommen-im-digitalen-zeitalter/#more-3391" target="_blank">Knappheit einen bezahlbaren Wert begründet</a>, der liegt voll auf der kapitalistischen Denkschiene, der missachtet den generellen Wert von kreativen Schöpfungen. Der sieht nicht, dass solche Schöpfungen &#8211; unabhängig von einem potentiellen marktwirtschaftlichen Wert &#8211; einen Wert als Kulturgut haben. Auch wenn sie nicht knapp sind. Auch wenn sie nicht für Geld verkauft werden.</p>
<p>Ganz unabhängig von Knappheit oder anderen wirtschaftlichen Begriffen ist aber das Urheberrecht. <strong>Es ist das unverbrüchliche Recht an der eigenen Schöpfung.</strong> Ein_e Urheber_in kann nicht auf das Urheberrecht verzichten oder es abtreten. <strong>Damit gewinnt das Urheberrecht in unserem Gesetz nahezu den Status eines Grundrechtes. Es handelt sich offenbar im &#8220;Land der Dichter und Denker&#8221; um ein sehr hohes Gut! </strong>Auch ein_e Urheber_in, die/der nichts mit dem geschaffenen Werk verdienen will, ja es gar zur Verbreitung freigibt, behält dennoch in jedem Fall das persönliche Urheberrecht &#8211; das Urheberpersönlichkeitsrecht.</p>
<p>Das bedeutet: Wenn ich ein Werk schaffe, ein Buch oder ein Lied, und alle Verwertungs- und Nutzungsrechte abtrete (also verkaufe oder auch verschenke), so behalte ich dennoch stets immer das Urheberpersönlichkeitsrecht, was es mir ermöglicht, über die Verwertungs- und Nutzungsrechte zu bestimmen. Ich kann also bereits gewährte Rechte entziehen oder auch neu vergeben. Aber wie kann ich das als Urheber_in tun, wenn ich keinen Verlag oder Musikkonzern im Rücken habe, weil ich z.B. mit diesem Werk nichts verdienen will?</p>
<p>In diese spezielle Lücke stoßen die <a href="http://www.creativecommons.de/" target="_blank">Creative Commons Lizenzen</a>. Die CC-Lizenzen bauen auf der Grundlage des Urheberrechtes auf. Ohne Urheberrecht gäbe es keine Creative Commons Lizenzen.</p>
<p>Um das mal ganz einfach am Beispiel meiner Blogartikel hier zu verdeutlichen:</p>
<p>Dieser Artikel, den du gerade liest, steht unter Urheberrecht. Und zwar gehört das mir. Denn ich habe den Artikel geschrieben. Ich habe niemandem Nutzungs- oder Verwertungsrechte eingeräumt &#8211; kann das aber jederzeit nach Belieben tun. Das ist mein Urheberpersönlichkeitsrecht. Wenn du mich fragst, ob du den Artikel für etwas Bestimmtes verwenden darfst, kann ich dir das erlauben oder verbieten. Das ist meine Entscheidung, das ist mein Recht.</p>
<p>Wenn ich nun generell für mich beschließe, dass dieser Artikel für andere Menschen nutzbar sein soll und ich nicht jedesmal gefragt werden möchte, stelle ich diesen Artikel der Einfachheit halber unter eine freie Lizenz, z.B. CC-BY. Oder eine andere. Welche Lizenz ich wähle, ist allein meine Entscheidung als Urheberin. So sieht´s aus.</p>
<p>Ohne Urheberrecht keine CC-Lizenz. Für einen Text, der nicht auf meinem Mist gewachsen ist, kann ich keine Lizenz vergeben, denn das Urheberrecht liegt dann bei jemand anderem.</p>
<p>Ein_e Urheber_in, der Rechte (Nutzungs- und Verwertungsrechte) verkauft, will Geld verdienen und in der Regel auch Anerkennung als Urheber_in. Die meisten Schriftsteller_innen oder Musiker_innen möchten finanzielle und persönliche Anerkennung mit ihren Werken erhalten. Das ist nichts Schlimmes.</p>
<p><a href="http://bewegliche-lettern.de/2009/08/kevin-kelly-besser-als-kostenlos-better-than-free/#more-389" target="_blank">Wer nun ihr/sein Werk unter eine freie Lizenz stellt, möchte keine finanzielle Anerkennung. Aber, ganz großes Aber: Sie/er möchte ebenfalls persönliche Anerkennung als Schöpfer_in des Werkes. </a>Dies wird in den freien Lizenzen im Part &#8220;BY&#8221; festgelegt, wo es im Lizenztext heißt: &#8220;Namensnennung —  Sie müssen den Namen des Autors/Rechteinhabers in der von ihm festgelegten Weise nennen.&#8221; Wenn die/der Autor_in also fordert, mit Namensnennung verlinkt zu werden, dann sollte es selbstverständlich sein, diesem Wunsch nachzukommen. Ich denke, das ist eine Frage des Respektes vor der geistigen Schöpfung eines anderen Menschen. Wer die freie Lizenz missachtet und ihren/seinen Fehler nicht einmal einsieht, missachtet die/den Schöpfer_in des verwendeten Werkes. Wenn das Internet schon in diesem Bereich auf Missachtung und Respektlosigkeit aufbaut, müssen wir uns nicht über andere negative Auswüchse wundern. Generell ist mangelnde Achtung anderer Menschen, <strong>Respekt vor der Leistung anderer</strong>, ein großes Manko im Netz. Wie leicht ist es, hier, da und dort etwas &#8220;zusammen zu klauen&#8221;, um selbst in einem besseren Licht zu erscheinen. Aber, <a href="http://www.stern.de/kultur/musik/pro-contra  -ist-das-urheberrecht-noch-zeitgemaess-  1503756.html" target="_blank">wie sagte auch schon Jens Seipenbusch</a> in seiner Funktion als Parteivorsitzender der Piratenpartei so  treffend: <strong>Das Internet ist kein rechtsfreier Raum! </strong>Wer freie Lizenzen, Creative Commons unterstützt und gut findet, die/der muss sich auch an die daran geknüpften Bedingungen halten, sonst ist das Befürworten bloße Heuchelei.<strong><br />
</strong></p>
<p>Ach ja, noch eine Anmerkung zum Satz &#8220;Ist doch egal, von wem ein Text stammt, eine Aktion ausging.&#8221; Nein. <strong>Es ist definitiv nicht egal, von wem eine Aktion ausgeht! </strong></p>
<p>Denk doch mal nach: Eine pro-Kindergarten Aktion der NPD hat einen anderen &#8220;Geschmack&#8221; als die gleiche Aktion von den Grünen hätte. Eine Anti-Abtreibungsaktion der Evangelikalen hat einen anderen Ruch als die gleiche Aktion von EMMA hätte. Es <strong>ist </strong>wichtig, <strong>wer </strong>etwas tut. Es ist wichtig, <strong>wer </strong>etwas sagt. Es ist wichtig, <strong>wer </strong>etwas schreibt. Und zwar auch &#8211; und ganz besonders &#8211; im Internet.</p>
<p>Und der Punkt Bildung: Werke, die für Ausbildung und Bildung verwendet werden, sollten den Lehrenden/Lernenden selbstverständlich zur Verfügung stehen. Das bedeutet auch, dass sie für diesen Zweck in andere Sprachen übersetzt müssten, ohne das Rechte verletzt werden. Werke, die mit öffentlichen Mitteln (sprich: Steuergeldern) ermöglicht und geschaffen wurden, sollten der Öffentlichkeit, der Allgemeinheit kostenfrei zur Verfügung stehen. Ich bin daher eine Verfechterin von Open Access. Aber auch von Creative Commons und Urheberrecht. Und zwar solange, bis die Idee der Allmende sich als Lebensgrundlage für uns alle etabliert hat. Alles kostenlos für alle. Nur dann, wenn alle Waren &#8211; knapp oder nicht &#8211; frei für alle erhältlich sind, können auch alle Waren &#8211; und Schöpfungen &#8211; frei für alle zur Verfügung gestellt werden.</p>
<p>Zu unverständlich? Ganz einfach: <a href="http://www.keimform.de/2009/14-thesen-zum-urheberrecht" target="_blank">Solange ein_e Schriftsteller_in für die Wurst im Laden mit Geld bezahlen muss, können kreative Werke nicht kostenlos und gemeinfrei zur Verfügung gestellt werden.</a> Bei dieser großartigen Gesellschaftsidee der Gemeinfreiheit bzw. Allmende müssen alle mitspielen, sonst wird damit Ungleichheit und Ungerechtigkeit zementiert. Es geht nicht an, einseitig von Kreativschaffenden zu verlangen, ihre Werke kostenlos zur Verfügung zu stellen, wenn andere Wirtschaftsbereiche dazu nicht bereit sind. Ein Problem? Ja. Unlösbar? Nein. Jedoch muss dazu eine völlig andere Weltgesellschaft gedacht werden. Und Abschied nehmen von Altbewährtem ist schwer und macht Angst.</p>
<div class="shr-publisher-1975"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><div class='shareaholic-like-buttonset' style='float:none;height:30px;'><a class='shareaholic-fblike' data-shr_layout='standard' data-shr_showfaces='false' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.piratenweib.de%2Falles-nur-geklaut-creative-commons-fair-play' data-shr_title='Alles+nur+geklaut%3F+Creative+Commons+%26+Fair+Play'></a></div><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.piratenweib.de/?flattrss_redirect&amp;id=1975&amp;md5=ab518d30b653a780dee440b51fb67a3a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.piratenweib.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Recht auf Faulheit</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Jul 2010 18:27:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Piratenweib</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenleben]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Faulheit]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Neoliberalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Paul Lafargue]]></category>
		<category><![CDATA[Proletariat]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein kluger Mensch namens Paul Lafargue hat im Jahre 1883 bereits eine Weitsicht bewiesen, die ich manchen unserer heutigen Wissenschaftler_innen und Politiker_innen wünschen würde. Er schrieb: Die Ökomomen werden nicht müde, den Arbeitern zuzurufen: Arbeitet, damit der Nationalreichtum wächst! Und doch war es einer von ihnen, Destutt de Tracy, der sagte: »Die armen Nationen ... <span style="color:#777"> . . . Weiterlesen: <a href="http://www.piratenweib.de/das-recht-auf-faulheit">Das Recht auf Faulheit</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton1714" class="tw_button" style="float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.piratenweib.de%2Fdas-recht-auf-faulheit&amp;text=Das%20Recht%20auf%20Faulheit&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.piratenweib.de%2Fdas-recht-auf-faulheit" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.piratenweib.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Ein kluger Mensch namens Paul Lafargue hat im Jahre 1883 bereits eine Weitsicht bewiesen, die ich manchen unserer heutigen Wissenschaftler_innen und Politiker_innen wünschen würde.</p>
<p>Er schrieb:</p>
<blockquote><p>Die Ökomomen werden nicht müde, den Arbeitern zuzurufen: Arbeitet, damit  der Nationalreichtum wächst! Und doch war es einer von ihnen, Destutt  de Tracy<a name="fnG9" href="http://www.wildcat-www.de/material/m003lafa.htm#fg9"></a>, der sagte: »Die armen Nationen sind es, wo das Volk sich wohlbefindet; bei den reichen Nationen ist es gewöhnlich arm.« Und sein Schüler Cherbuliez setzt hinzu: »Indem die Arbeiter zur  Anhäufung produktiver Kapitalien mitwirken, fördern sie selbst den  Faktor, der sie früher oder später eines Teils ihres Lohnes berauben  wird.«<span id="more-1714"></span></p></blockquote>
<p>Aber das ist genau das Wesen des Kapitalismus oder seines Auswuchses, der sich Neoliberalismus nennt, und unter dem wir heute alle (mit Ausnahmen, versteht sich!) leiden.</p>
<blockquote><p>Dadurch, daß die Arbeiter den trügerischen Reden der Ökonomen Glauben  schenken und Leib und Seele dem Laster Arbeit ausliefern, stürzen sie  die ganze Gesellschaft in jene industriellen Krisen der Überproduktion,  die den gesellschaflichen Organismus in Zuckungen versetzen. Dann werden  wegen Überfluß an Waren und Mangel an Abnehmern die Werke geschlossen,  und mit seiner tausendsträhnigen Geißel peitscht der Hunger die  arbeitende Bevölkerung. Betört von dem Dogma der Arbeit sehen die  Proletarier nicht ein, daß die Mehrarbeit, der sie sich in der Zeit des  angeblichen Wohlstandes unterzogen haben, die Ursache ihres jetzigen  Elends ist (&#8230;).</p></blockquote>
<p>Alle Wirtschaftskrisen werden vom Kapitalismus selbst verursacht. Vom &#8220;den Hals nicht voll kriegen&#8221;, vom Gewinnstreben um jeden &#8211; wirklich jeden &#8211; Preis. Leiden müssen aber nicht die, die aus dem Kapitalismus die Vorteile ziehen, sondern die arbeitende Bevölkerung, die in einer Krise als erste geopfert wird.</p>
<p>Natürlich ist die Wortwahl Lafargues antiquiert und voller aufmerksamkeitsheischender Rhetorik. Auch war die Situation der Arbeiter_innen dieser Zeit eine andere &#8211; eine grauenhafte. (Gerne hier in Ansätzen nach zu lesen: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Industrielle_Revolution#Urbanisierung_und_proletarische_Existenzbedingungen" target="_blank">Urbane und proletarische Existenzbedingungen</a>)</p>
<p>Dennoch ist seine Grundaussage korrekt und es stimmt heute wie damals:</p>
<blockquote><p>Statt in den Zeiten der Krise eine Verteilung der Produkte und  allgemeine Belustigung zu verlangen, rennen sich die Arbeiter vor Hunger  die Köpfe an den Toren der Fabriken ein. Mit eingefallenen Wangen,  abgemagerten Körper überlaufen sie die Fabrikanten mit kläglichen  Ansprachen: »Lieber Herr Chagot, bester Herr Schneider, geben Sie uns  doch Arbeit, es ist nicht der Hunger, der uns plagt, sondern die <strong>Liebe  zur Arbeit</strong>!«- Und, kaum imstande sich aufrechtzuerhalten, verkaufen die  Elenden 12 bis 14 Stunden Arbeit um die Hälfte billiger als zur Zeit, wo  sie noch Brot im Korbe hatten. <strong>Und die Herren industriellen  Menschenfreunde benutzen die Arbeitslosigkeit, um noch billiger zu  produzieren.</strong></p></blockquote>
<p>Auch heute werden gern mal Löhne gedrückt, und dabei wird stets mit schlechten Zeiten und Krise argumentiert. Und dann wird denen, die so aus dem Erwerbsleben hinausgedrückt werden, auch noch mangelnde &#8220;Liebe zur Arbeit&#8221; zur Last gelegt. Oder wie es heute heißt: &#8220;Wer Arbeit will, der/die findet auch eine&#8221; oder &#8220;Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.&#8221; Wie infam!</p>
<p>Das komplette Werk lässt sich hier lesen: <a href="http://www.wildcat-www.de/material/m003lafa.htm" target="_blank">Das Recht auf Faulheit</a> und dazu gibt´s weiteres <a href="http://www.wildcat-www.de/material.htm" target="_blank">Material über Kapitalismus und Arbeit</a>.</p>
<p>Links: <a href="http://www.glanzundelend.de/Artikel/paullafargues.htm" target="_blank"></a></p>
<ul>
<li><a href="http://www.glanzundelend.de/Artikel/paullafargues.htm" target="_blank">Glanz &amp; Elend Magazin für Literatur und Zeitkritik</a></li>
<li>Wikipedia <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Lafargue" target="_blank">Paul Lafargue</a></li>
<li>Stuttgarter Zeitung &#8211; <a href="http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/916564_0_9223_-interview-langfristig-wird-die-arbeit-verschwinden-.html" target="_blank">Langfristig wird  die Arbeit verschwinden</a></li>
<li>Krisis &#8211; <a href="http://www.krisis.org/1999/manifest-gegen-die-arbeit" target="_blank">Das Manifest gegen die Arbeit</a></li>
</ul>
<div class="shr-publisher-1714"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><div class='shareaholic-like-buttonset' style='float:none;height:30px;'><a class='shareaholic-fblike' data-shr_layout='standard' data-shr_showfaces='false' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.piratenweib.de%2Fdas-recht-auf-faulheit' data-shr_title='Das+Recht+auf+Faulheit'></a></div><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.piratenweib.de/?flattrss_redirect&amp;id=1714&amp;md5=74db49105443eeff07a361bfcfdc09e9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.piratenweib.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Feierabend! Elf Attacken gegen die Arbeit</title>
		<link>http://www.piratenweib.de/feierabend-elf-attacken-gegen-die-arbeit</link>
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		<pubDate>Tue, 26 Jan 2010 16:17:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Piratenweib</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeit]]></category>
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		<category><![CDATA[Kapital]]></category>
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		<description><![CDATA[Mal etwas zum Nachdenken über Arbeit. Was ist Arbeit? Wo kommt sie her? Warum glauben wir, dass wir Arbeit brauchen? Und warum arbeiten wir so viel? Ist Arbeit Kapital? Und wenn ja, warum werden Arbeitnehmer/innen dann nicht reich? Ist Arbeit zu teuer oder zu billig? Arbeit als Zwang oder aus freiem Willen? Feierabend! Elf Attacken ... <span style="color:#777"> . . . Weiterlesen: <a href="http://www.piratenweib.de/feierabend-elf-attacken-gegen-die-arbeit">Feierabend! Elf Attacken gegen die Arbeit</a></span>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="tweetbutton711" class="tw_button" style="float:right;margin-left:10px;"><a href="http://twitter.com/share?url=http%3A%2F%2Fwww.piratenweib.de%2Ffeierabend-elf-attacken-gegen-die-arbeit&amp;text=Feierabend%21%20Elf%20Attacken%20gegen%20die%20Arbeit&amp;related=&amp;lang=de&amp;count=none&amp;counturl=http%3A%2F%2Fwww.piratenweib.de%2Ffeierabend-elf-attacken-gegen-die-arbeit" class="twitter-share-button"  style="width:55px;height:22px;background:transparent url('http://www.piratenweib.de/wp-content/plugins/wp-tweet-button/tweetn.png') no-repeat  0 0;text-align:left;text-indent:-9999px;display:block;">Tweet</a></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetTop Automatic --><p>Mal etwas zum Nachdenken über Arbeit. Was ist Arbeit? Wo kommt sie her? Warum glauben wir, dass wir Arbeit brauchen? Und warum arbeiten wir so viel? Ist Arbeit Kapital? Und wenn ja, warum werden Arbeitnehmer/innen dann nicht reich? Ist Arbeit zu teuer oder zu billig? Arbeit als Zwang oder aus freiem Willen?</p>
<blockquote><p><strong>Feierabend! Elf Attacken gegen die Arbeit — Vorwort</strong></p>
<p>Fast eine Milliarde Menschen hungern, die Massenarmut frißt sich von der Peripherie in die Zentren voran. Aber kein Meteor hat die Erde getroffen, auch der Atomkrieg ist ausgeblieben, die Ernten sind gut, Wissen und technische Hilfsmittel stehen in überreichem Ausmaß zur Verfügung. Was leider fehlt, sagt man uns händeringend, seien genügend »Arbeitsplätze«. Während ungeheure Ressourcen vor unseren Augen brachliegen und andere in sonderbaren Pyramidenprojekten verschwinden, öden Politikdarsteller, Menschen- und Krisenverwalter, Management-Gurus und Querdenker die Öffentlichkeit auf allen Kanälen mit einem Dauerdiskurs über die »Schaffung von Arbeitsplätzen« an. Die Bevölkerung ganzer Regionen wimmert nach dem »Investor«, weil sie sonst ihre eigenen Köpfe und Hände nicht mehr »beschäftigen« kann. Was ist das für eine verrückte Gesellschaftsordnung, die derartige Absurditäten möglich macht?</p></blockquote>
<p>via <a href="http://www.krisis.org/navi/feierabend-elf-attacken-gegen-die-arbeit">krisis » Feierabend! Elf Attacken gegen die Arbeit</a>. Als Webseite lesen oder <a href="http://www.krisis.org/wp-content/data/feierabend.pdf" target="_blank">Download </a>als pdf.</p>
<div class="shr-publisher-711"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><div class='shareaholic-like-buttonset' style='float:none;height:30px;'><a class='shareaholic-fblike' data-shr_layout='standard' data-shr_showfaces='false' data-shr_href='http%3A%2F%2Fwww.piratenweib.de%2Ffeierabend-elf-attacken-gegen-die-arbeit' data-shr_title='Feierabend%21+Elf+Attacken+gegen+die+Arbeit'></a></div><div style="clear: both; min-height: 1px; height: 3px; width: 100%;"></div><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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