Da die gute Eva Herman nicht mehr beim NDR ihren Schmonzes ablassen darf, schreibt sie nun Artikel KOPP Verlag: Gemischtwarenhandlung für Verschwörungstheorien aller Art. Wer Interesse an solch obskurer Literatur hat, sollte sich mal mit den angebotenen Büchern des Verlags beschäftigen. Da finden sich Titel wie: “Lexikon der verbotenen Archäologie”, “Jörg Haider – Unfall, Mord oder Attentat?”, “Rote Lügen in grünem Gewand”, “Der große Cholesterin-Schwindel”, “Need to know – Ufos, das Militär und die Geheimdienste” oder gar “SOS Abendland – Die schleichende Islamisierung Europas”.
Soviel zur Einstimmung auf das neue Arbeitsumfeld von Frau Herman. Nun zu ihrem neuesten Geschreibsel …
via Ist Gott altmodisch, Margot Käßmann? – Kopp Verlag.
Frau Herman kommentiert einen Text von Frau Margot Käßmann, der neuen Ratsvorsitzenden der EKD. Im Tagesspiegel vom 26.12.09 heißt es:
»Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Margot Käßmann, hat sich gegen das von der schwarz-gelben Koalition beabsichtigte Betreuungsgeld gewandt. ›Immer noch ist unser Betreuungs- und Bildungssystem darauf eingestellt, dass ein Kind um 13.30 Uhr nach Hause kommt, dass jemand gekocht hat und mit ihm Hausaufgaben macht. Dieses Familienbild entspricht nicht mehr der Realität‹«, sagte Käßmann dem Berliner Tagesspiegel am Sonntag. Am bedrückendsten sei »die wachsende Kinderarmut und dass viele Kinder und Jugendliche selbst nicht mehr daran glauben, aus der Armut herauszukommen«. Daher sei die Ganztagsschule wichtig – »viel wichtiger als ein Betreuungsgeld«, ergänzte Käßmann. Ein Betreuungsgeld »könnte eher ein Anreiz für manche Eltern sein, Kinder gerade nicht einer Betreuungseinrichtung anzuvertrauen«.
Nun, eine erstaunliche moderne und weitsichtige Erkenntnis von einer Frau in dieser Position. Wer hätte das erwartet? Nun, Eva Herman augenscheinlich nicht, sonst hätte sie sich doch sicher nicht derart echauffiert, wie im Kommentar bei KOPP?
Wir wissen in diesem Augenblick nicht, welche persönlichen Erfahrungen bei dieser abenteuerlichen Einschätzung der EKD-Ratsvorsitzenden eine Rolle spielen mögen, vielleicht hat sie ihre eigene Aussage für immer geprägt, als sie unlängst etwas von sich gab, das so ähnlich klang wie: sie wolle am liebsten 24 Stunden am Tag Bischöfin sein. Nun kommt ja seit Oktober der EKD-Ratsvorsitz noch dazu, da hat sie dann wirklich allerhand um die Ohren und ist vielleicht deswegen sogar ganz froh, wenn ihre vier Kinder weit weg von anderen Leuten betreut werden und ihr nicht mehr ins Gehege kommen können, ebenso wenig der Gatte, den sie hatte.
Da die Biographie von Frau Käßmann kein Geheimnis ist, wissen wir schon einiges um ihre persönlichen Hintergründe. Diese tun aber gar nichts zur Sache. Sie kann gut und gerne 24 Stunden – von mir aus auch 29 Stunden – am Tag Bischöfin sein. Denn ihre vier Kinder sind weiß Gott alt genug, um sich ihr Mittagessen selbst zu kochen. Kinder, die 28, 24 und 19 Jahre alt sind, benötigen wohl kaum mehr eine Daheim-Betreuung, wenn sie denn überhaupt noch bei Muttern leben …
Auf jeden Fall scheint Margot Käßmann der festen Ansicht zu sein, dass Kinder, die mittags aus der Schule kommen, kein Mittagessen mehr brauchen und auch niemanden an der Seite benötigen, der sich mit ihnen beschäftigt und sich gemeinsam mit ihnen um die Schularbeiten kümmert.
Welch Polemik! Und wie traurig für die Kinder, die Tag für Tag mittags aus der Schule kommen, kein Mittagessen bekommen, niemanden haben, der sich um sie kümmert, kein eigenes Zimmer für den Rückzug … all die Kinder aus der Unterschicht, die sich mit den Schularbeiten allein herumschlagen, weil die Eltern ihnen den Schulstoff auch nicht erklären könne und eine Nachhilfe natürlich unbezahlbar ist und bleibt. So erhält man sich das bestehende und höchst effektive Schichtensystem. So verhindert man perfekt und auf sehr einfache Weise, dass Kinder aus Unterschichtfamilien den Aufstieg schaffen. Aber das sieht eine Frau Herman natürlich nicht.
Sie sollen ihre Nachmittage bei Fremden in Fremdeinrichtungen verbringen, ohne persönliche Rückzugsgebiete, ohne private Nischen, ohne das eigene Zimmer, ohne das Bett, auf das sie sich mal werfen können, ohne ihre Geschwister, ohne ihre Freunde, ohne ihre Haustiere, ohne ihre Fahrräder und Gärten, ohne individuelle und familiäre Angebote und Verbindungen. Kinder gehören nicht ins, nein, sie gehören aus dem Haus! Am liebsten 24 Stunden?
Na, ich schrieb´s ja oben schon: das eigene Zimmer, die Haustiere, die Fahrräder und die GÄRTEN! In welcher Welt lebt Frau Herman? Jedenfalls nicht am Prenzlauer Berg.
Sehr geehrte Margot Käßmann! Denken Sie, dass Sie mit diesen öffentlichen Aussagen wirklich ein leuchtendes Vorbild für das christliche Verständnis von Familie seien? Ihr persönliches Vorstellungsmuster sieht also in jedem Fall die Fremdbetreuung vor, weil dies jetzt modern ist? Sie sagten wörtlich: »Dieses Familienbild entspricht nicht mehr der Realität!« Wirklich nicht? Wer sagt das denn? Die Feministinnen, ja, ja, aber die haben doch meistens gar keine Kinder, sie haben von Familie genau sowenig eine Ahnung wie vom Abwaschen. Haben sich etwa die Bedürfnisse aller Kinder im Land mit einem Schlag geändert?
Hmmm, das christliche Verständnis von Familie. Da muss man ja erstmal nachfragen: welches christliche Verständnis? Christen gibt´s ja verschiedene Sorten. Katholisch, evangelisch, freikirchlich, griechisch-orthodox ….. und alle haben irgendwelche Ansichten zu irgendwas. Aber Frau Herman hilft uns weiter, denn sie geht von den Christen gleich zu den Feministinnen weiter, die keine Ahnung von Kindern, Familie und Abwasch haben. Seltsame Kombination. Gehört Abwaschen zu den Bedürfnissen von Kindern? Aber das weiß ich wohl nicht, weil ich zwar Feministin bin, aber doch Kinder habe – ja, sogar einen Ehemann. Warum mir der noch nicht davongelaufen ist, kann wohl auch Frau Herman nicht erklären ….
Sie werfen also diese 150 Euro Betreuungsgeld für Kleinkinder mit der Fremdbetreuung für Schülerinnen und Schüler, die bis zu ihrem 18., 19. Lebensjahr zur Schule gehen, in ein und denselben verrosteten und wirklich langsam ausgeleierten Feminismuspott? Ich wäre Ihnen für eine logische Aufschlüsselung hinsichtlich dieser merkwürdigen Vermischung dankbar.
Frau Käßmann, wie können Sie nur! 150 Euro in den Feminismuspott “Schule” werfen! Also wirklich! Da kommt es den Kindern doch überhaupt nicht zu Gute. Daheim können Mutti und Vati doch viel besser dafür sorgen, dass mit 150 Euro (im Alter von 1 bis 3 Jahren) die Kinder eine beste Fürsorge erhalten – inklusive eigenem Zimmer, Fahrrad und Garten. Sind die Kinder dann über drei Jahre, dann dürfen sie ruhig in die immer noch unterfinanzierte Schule gehen, und niemand hilft ihnen bei Schulaufgaben etc. Aber das ist wurscht.
Da stand eine Frau von uns, Sie, nämlich Sie, Frau Käßmann, eine Mutter von vier Kindern, eine Ehefrau, eine Familienmanagerin, mit weiblichen Gefühlen und Empfindungen, fernab von Ihrem 24-Stunden-Job als Bischöfin.
Nun ja, wie gesagt, mit Kindern um die 20 ist die Bezeichnung Familienmanagerin nicht mehr ganz zutreffend. Und was bitte sind denn “weibliche Gefühle und Empfindungen”? Mutterliebe? Ich hoffe, die Väter haben diese Liebe zu den Kindern auch (auch wenn dann Vaterliebe genannt).
Haben Sie sich, sehr geehrte Frau Käßmann, eigentlich jemals mit einem Bindungsforscher oder mit einem Kinderpsychologen über die Ursachen von Aggression und Gewalt, Adipositas, Bulimie, Todessehnsucht, Komasaufen etc. unterhalten? Wie viele Gespräche haben Sie mit Lehrern geführt, die keinen Rat mehr für unsere bindungslosen, verirrten, jungen Menschen wissen?
Ursachen für die genannten Probleme gibt es zahlreiche. Nicht immer sind diese Auffälligkeiten auf mangelnde Betreuung im Elternhaus zurück zu führen. Das wäre wohl ein bisschen einfach. Viele der jugendlichen Amokläufer kommen sogar aus sehr geordneten Familienverhältnissen und keineswegs aus verarmten Säuferfamilien. Denen helfen auch keine 150 Euro im Monat bei ihren Problemen. Die liegen ganz woanders. Und, wer weiß? Vielleicht hätte es manchen Amoklauf gar nicht gegeben, wäre der betreffende Jugendliche in einer Ganztagsschule entsprechend seinen Fähigkeiten gefördert und gefordert worden. Aber jetzt wird´s ganz einfältig:
Frau Käßmann, glauben Sie wirklich, dass unser Schöpfer Kinderkrippen und Ganztagsschulen für unsere Kinder vorgesehen hat? Oder sind Sie der Meinung, dass Gott altmodisch ist, weil er eben keine Krippen und keine Ganztagsschule eingerichtet hat, sondern als natürliche Bezugspersonen für jedes Kleinkind und Baby dieser Erde, bei Mensch und nahezu jedem Tier gleichermaßen, die Mutter an erster Stelle und dann auch gleich den Vater und das übrige Rudel, sprich, die Familie, dachte?
Ich glaube ja, unser Schöpfer hat überhaupt keine Schulen oder Krippen vorgesehen. Weder ganz- noch halbtags noch sonst wie. Steht ja auch nichts von in der Bibel. Und die Bibel hat immer Recht. Natürlich ist Gott altmodisch, den er hat überhaupt keine Schulen eingeplant. Er ist sogar ziemlich rückständig, denn wie sollte sich die Menschheit eigentlich ohne Bildungsstätten weiterentwickeln? Das hätte er/sie doch sehen müssen?
Sehr viele Tierarten kommen gänzlich unerzogen ins Leben, z.B. Schildkröten, Krokodile und Spinnen. Viele Tierkinder werden von den Vätern großgezogen oder von beiden Elternteilen gemeinsam, denkt nur mal an die Pinguine. Und ganz viele Tierkinder werden unmittelbar nach der Säugezeit “des Hauses verwiesen”, sprich: die Tiereltern jagen sie zum Teufel und wissen dann nichts mehr von ihrer einstigen Nachkommenschaft. Sollen wir das nachahmen? Oder was? Frau Herman hat meiner Meinung nach zu viele Tierfilme von Disney á la Bambi gesehen.
Tierkinder werden übrigens in der Fremdbetreuung, also dem Fremdrudel, in den allermeisten Fällen aufgefressen, dort meint es niemand wirklich gut mit den Kleinen.
Übrigens tun das meist die Väter, die keine fremden Gene dulden ….
»Wer aber einem von diesen Kleinen,
die an mich glauben,
Ärgernis gibt,
dem wäre es besser,
wenn ihm ein Mühlstein an den Hals gehängt
und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.«
Matthäus-Evangelium, Kapitel 18, Vers 6
Und so schließt Frau Herman ihr Pamphlet mit einem Zitat aus der Bibel, welches besagt, dass jemand, der einem gläubigen Kind Ärger bereitet, besser ersäuft würde. Jedes Kind, das nicht glaubt, erspart so seinen Eltern einen grausamen Ertrinkungstod.
Prost Neujahr!