Gestern hab ich mal eine relativ harmlose Frage im Forum “dieGesellschafter” (eine Aktion der Aktion Mensch) gestellt, da mich die Schlagwortwolke und die Themen der Threads dort ob ihrer einseitigen Ausrichtung verwundert haben.

Männerüberschuss im Thema? von Piratin Piratenweib (registriertes Mitglied)
07.02.2010, 15:23 Uhr
Ist hier eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, dass alle neuen Themen im Themenforum »Frauen & Männer« von Männern bzw. sog. Männerrechtlern eröffnet werden? Und zudem übereinstimmen mit den Themen auf allen anderen maskulistischen Plattformen? Und dass Männerrechtler die Diskussion hier absolut in ihrer Wunschrichtung dominieren?
Unter einer freien Diskussion, die alle Meinungen gleich berücksichtigt, verstehe ich etwas anderes. Nichts anderes als Frauenhass kommt hier zum Ausdruck – wohl auch der Grund, warum hier so wenige Frauen mitdiskutieren.
via dieGesellschafter.de: Männerüberschuss im Thema?: Themenforum “Frauen & Männer”.
Leider sind die übelsten Antworten bereits gelöscht worden (die Moderator/innen dort sind sehr schnell), so dass ich diese hier nicht mehr zitieren kann. Das ist mir eine Lehre, und ich werde demnächst alles sofort kopieren und sichern.
Aber drei Antworten möchte ich wiedergeben, um das Meinungsbild der Antworten zu zeigen. Stellvertretend für die Frauen, die sich zu meiner Frage geäußert haben, zitiere ich “raan”:
Re: der Text als Spiegel Ihrer Seele von raan . (registriertes Mitglied)
»es ist bezeichnend, dass die Mehrzahl der Autorinnen, die sich hier am Männerhass wärmen, nicht mit offenem Visir zu Ihren Meinungen stehen können. Warum sonst nutzen Sie Synonyme? Die männlichen Autoren, die hier ihre Meinungen posten, tun dies mit vollem Namen. Und so auch ich.«
Darauf kann ich Ihnen ganz genau antworten.
Ich kann jeder Frau, die im öffentlichen Internet ihre Meinung kund tut und diskutieren möchte nur dringlichst anraten, ein Pseudonym zu nutzen, das möglichst nichts über ihre reale Identität verrät. Aus gutem Grund: Um sich selbst zu schützen!
Es gibt kranke Maskulistenseelen, die nur darauf warten, an persönliche Daten von Frauen, deren Meinung ihnen nicht schmecken, ranzukommen, um sie gezielt zu mobben und mundtot zu machen.
Männer müssen das nicht tun, weil sie in aller Regel nichts zu befürchten haben. Sie können sorglos den größten Mist herumposaunen, ohne Bedenken zu haben.
Bitte, gern geschehen.
lg raan
Der Beitrag, auf den raan sich bezieht, gehört zu den gelöschten und enthielt Gewaltphantasien in abstruser Sprache, weit jenseits allen guten Geschmacks.
Auch Brigitte Schmidt-Mühlendorf äußert Zustimmung zu meinem in der Ausgangsfrage geschilderten Eindruck:
Re: Männerüberschuss im Thema? von Bettina Schmidt-Mühlendorf (registriertes Mitglied)
gestern, 23:34 Uhr
Sie haben es richtig erkannt, Piratenweib. Gut, dass ich die Männer in der realen Welt so nicht wahrnehmen kann. Was man in Internetforen lesen kann ist kein Spiegel der Gesellschaft.
Stellvertretend für die antwortenden Männer zitiere ich Tim Berni:
Kein Zurück mehr! von Tim Berni (registriertes Mitglied)
Da dieser Thread ohnehin weitgehend inhaltslos ist und zahlreiche Postings vermutlich sowieso noch gelöscht werden, reicht die Feststellung, dass jemand wie »Piratenweib« sogar unter Feministinnen, zumindest gemässigten, wohl eher Verwunderung hervorrufen dürfte. Solche Personen bewirken dann sowieso meist das Gegenteil von dem, was sie eigentlich beabsichtigen.
»Piratenweib« schrieb:
»Es wird Zeit, diese aggressiven Versuche, die Zeit zurückzudrehen, zu stoppen.«
Darauf können Sie sich allerdings verlassen, Piratenweib. Genau um zu verhindern, dass jemand wie Sie einen Backlash gegen die immer stärker werdende Männerrechtsbewegung probieren kann, sind Teilnehmer wie Herr Klein, Herr Müller und auch ich hier.
Ist das eine Drohung? Wer ist Tim Berni? Nach meinen Recherchen scheint sich um einen Schweizer zu handeln, der bereits seit Jahren in Foren und Kommentarspalten der Online-Medien seinen Frauenhass verbreitet. So zum Beispiel hier bei nzz.ch (bei den Kommentaren):
Tim Berni (5. Juli 2008, 16:48)
Im Denken nicht viel geändert
Besser konnte die notorische Verweigerung der Deutschen, sich endlich ihrer Vergangenheit zu stellen und diese zu bewältigen gar nicht demonstriert werden. Wann immer den Deutschen der (Hitler-) Spiegel vorgehalten wird, reagieren sie panisch und schlagen um sich – der Besucher, der tobend einer Wachsfigur den Kopf abreisst zeigt es in wunderbarster Weise. Wieviel besser wäre es, still vor dieser Figur zu verharren und sich zu fragen – wieviel “Hitler” steckt in unterschwelliger Form eigentlich auch heute noch in jedem/jeder Deutschen ? Wieviel Unterwürfigkeit vor Diktatoren und Massenmördern, ob im Iran, in Nordkorea oder im (früheren) Irak ? Wie sehr ist in Deutschland der amerikanische Präsident beschimpft worden, weil er es wagte, gegen den Diktator Saddam Hussein vorzugehen ?! Wieviel Rassismus und Feminismus stecken auch heute noch in den Köpfen der Menschen ? Diesen Fragen sollte man sich stellen, nicht seine Wut an den Indizien für diese Denkweisen auslassen ! (Fettmarkierung von mir)
Zum Glück gibt es auch unter Schweizern noch vernünftig denkende Männer, wie eine Reaktion darauf zeigt:
Martin Fantin (5. Juli 2008, 18:31)
Werter Tim Berni
Zitat:” Wieviel Rassismus und Feminismus stecken auch heute noch in den Köpfen der Menschen ?”
Jedem seine Misogynie in Ehren, aber so weit sollte selbst der frustrierteste Frauenhasser nicht gehen, Rassismus und Feminismus in einem Atemzug zu nennen. Herr Hitler und seine vegangenen und gegenwärtigen Brüder im Geiste sind und waren siche üble Rassisten, Faschisten, zu einem grossen Teil sicher auch Sexisten, aber unter Garantie nie Feministen.
Mögen die Frauen ihnen angentan haben, was immer ihnen ihre Verachtung wert scheint, aber den Feminismus in die Nähe des Faschismus zu rücken, dass ist einfach nicht diskutabel.
Aber auch bei dieGesellschafter gibt es offenbar zumindest einen Mann, der noch klar denken kann:
Femiphobie von Thomas Andreas Schmidt (registriertes Mitglied)
24.01.10, 17:39 Uhr
@Paul Pi: Sie erleben die Highlights der deutschen Männerbewegung im Web.
Nach meinen Recherchen leben wir m. E. nicht in einer »Femokratie«, sondern in einer »Femiphobie«. Was das ist, ist nachlesbar unter F. Dammasch, »Männliche Identitäten« (Diamond).
Ich finde es übrigens toll, wie die Beteiligten hier bei diesen »maskulistischen Sandkastenspielen« mitspielen. Insbesondere unter den aktuellen Schlagwörtern werden so hervorragend Aufmerksamkeiten in die richtige Richtung gelenkt, das hat schon einen multidimensionalen Fun-Faktor mit Marktpenetration. Die Stammschreiber aus einer bestimmten Herkunft arbeiten so geschmeidig meinen Aufgaben und Zielen zu, da kann ich nur sagen :
Vielen Dank dafür!
Nun ja, ich werde dieGesellschafter mal im Auge behalten …