Jeder lebt in seiner eigenen Blase und hat sein eigenes Bild von der Wirklichkeit. Dieses Bild kann sich durch selektive Wahrnehmung bestätigen, im Netz offenbar aber auch dadurch, dass man vor allem mit der passenden “Wolke” interagiert.
via Wirklichkeitsblasen und Meinungsfreiheit – Gedanken zum Fall Bodo – datenritter blog.
Das ist doch wunderbar formuliert. Das eigene Bild von der Wirklichkeit haben schon die alten Philosophen erkannt, Descartes stellte sogar die ganze Welt in Frage. Nur sein eigenes Sein hielt er für wahr “ich denke, also bin ich”. Tja, heute muss man sogar das manchmal in Zweifel ziehen. Im Umkehrschluss bedeutet das ja auch: “ich denke nicht, also bin ich nicht”. Schön, jetzt brauchen wir uns mit den ganzen “Nicht-Denkern” eigentlich nicht mehr abzugeben, da es sie ja gar nicht gibt. Hübscher Gedanke …











Hallo!
Bin zufällig hier gelandet. Wenn man mit großen Philosophen argumentiert, sollte man auch beachten, dass Umkehrschlüsse allgemein nicht zulässig sind und die Korrekte Invertierung der Kausalität “Ich denke also bin ich”, “Ich bin nicht, also denke ich nicht”, ist.
Viele Grüße m
Umgekehrschlüsse sind nicht zulässig? Seit wann das denn? Gibt´s da ein neues Gesetz, welches mir entgangen ist? Wusstest du übrigens, dass falsches Verstehen von ironischen Blogbeiträgen nicht zulässig ist?
Nein, im Ernst – das ist der Grundgedanke von Philosophie: das man alles denken darf, auch die abwegigsten Möglichkeiten und Varianten, um dann evtl. zu neuen, im besten Falle allgemeingültigen, Erkenntnissen zu kommen. Allein deshalb darf man schon alles, aber auch alles umdrehen, in Frage stellen und neu zusammen fügen. Als reine Geistesübung ist all das erlaubt. Genau wie Satire und Ironie.
Hallo!
Umkehrschlüsse in einer Argumentationskette sind nicht zulässig, da sie im allgemeinen nicht logisch richtig sind.
Natürlich darf man Dinge in Frage stellen, und auch überprüfen, ob ein “Umkehrschluss” richtig ist, aber so lange man nicht weiß, ob etwas eine wirkliche Äquivalenz ist, darf man aus einer Implikation in einer Argumentationskette nicht den Umkehrschluss folgern.
>Im Umkehrschluss bedeutet das ja auch: “ich denke nicht, also bin ich nicht”.
Da wurde eben nicht die Frage gestellt, ob das denn auch geht, sondern es wurde aus der Implikation Denken->Sein direkt nicht Denken -> nicht Sein impliziert und diese Implikation ist falsch.
Der Korrekte logische Schluss wäre:
(Denken -> Sein) => (nicht Sein -> nicht Denken)
aber: (Denken->Sein) => (Sein->Denken) => (nicht Denken -> nicht Sein)
ist logisch falsch, da (Denken->Sein) eben nicht (Sein->Denken) impliziert.
hoffe, es ist klarer.
vlg
m